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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
C. Marius und Catulus in der Schlacht bei Vercellae #1 (242 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 11.02.2025 um 14:52 Uhr (Zitieren)
Plutarch, Marius 26 f.:

Die Schlacht hat im Jahre 101 v.u.Z. stattgefunden und gilt als Grundlage für den Ruhm des Marius, was jedoch umstritten ist. Q. Lutatius Catulus (geb. ca. 150) war 102 Consul und an der Schlacht als Proconsul beteiligt. Er hat seinen Anteil an dem Sieg anschließend in einer Autobiographie hervorgehoben.
26. Die Reiter richteten ihren Angriff nicht gegen die Front der Römer, sondern wichen nach rechts aus und rückten langsam vor, wobei sie die Gegner allmählich zwischen sich und ihrem Fußvolk am linken Flügel einklemmten. Die römi-schen Feldherren durchschauten wohl die Tücke dieses Manövers, fanden aber die Zeit nicht mehr, ihre Leute zurückzuhalten. Denn als einer schrie: „Die Feinde fliehen!“, stürzten sie alle hinter ihnen her.

In diesem Augenblick wogte wie ein ungeheures Meer das Fußvolk der Barbaren heran. Da wusch Marius seine Hände, hob sie zum Himmel empor und gelobte den Göttern ein Opfer von hundert Rindern. Catulus seinerseits tat mit erhobenen Hän-den das Gelübde, er werde dem „Glück des Tages [τὴν τύχην τῆς ἡμέρας]“ einen Tempel weihen. Es geht auch die Erzählung, daß Marius, als man ihm beim Opfer die Eingeweide zeigte, mit lauter Stimme ausgerufen habe: „Mein ist der Sieg [Ἐμὴ ἡ νίκη]!“

Als der feindliche Angriff einsetzte, widerfuhr Marius ein Mißgeschick, das ihn an die vergeltende Gerechtigkeit der Götter mahnen mußte. Sulla hat uns den Vorfall erzählt. Es erhob sich, wie sich denken läßt, eine riesige Staubwolke und verhüllte die vorrückenden Armeen. Als nun Marius zur Verfolgung ansetzte und seine Legionen mit sich fortriß, geschah es, daß er die Feinde verfehlte, an ihrer Phalanx vorbeistürmte und lange Zeit suchend in der Ebene umherirrte. Die Barbaren aber stießen im Vorrücken auf Catulus und seine Truppen, so daß diese den entscheidenden Kampf zu bestehen hatten. Auch Sulla befand sich unter ihnen, wie seinem Bericht zu entnehmen ist.

Zwei treffliche Helfer standen im Kampf den Römern zur Seite: die Sonne, welche die Feinde blendete, und die Hitze. Frost und Kälte zu ertragen war den Kimbern ein Leichtes, waren sie doch in schattigen, kalten Ländern aufgewachsen, die Hitze aber lähmte sie völlig, sie keuchten, der Schweiß strömte ihnen herab, und sie mußten sich zum Schutz vor der Sonne die Schilde vor das Gesicht halten. Denn die Schlacht fiel auf die Zeit nach der Sommersonnenwende, auf den dritten Tag, wie die Römer rechnen, vor dem Neumond des Monats August, der damals noch Sextilis hieß.

Auch der Staub half mit, den Mut der römischen Legionäre zu stärken. Er bedeckte das Kimbernheer mit einer undurchdringlichen Wolke, so daß man von weitem die feindlichen Massen gar nicht sehen konnte. So stürzte sich jeder auf die Gegner, die gerade vor ihm auftauchten, und fand sich ins Handgemenge verwickelt, bevor der Anblick ihn hätte erschrecken können. Dabei waren die Römer körperlich so gestählt und abgehärtet, daß man trotz der beklemmenden Schwüle keinen keuchen oder schwitzen sah, wiewohl der Angriff im Sturmschritt vorgetragen wurde. Catulus selbst soll in seiner Darstellung die Soldaten darob gerühmt haben.

 
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