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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Eine Geschichte von Religion und Krieg #2 (197 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 06.01.2025 um 23:27 Uhr (Zitieren)
Eng damit verbunden ist der Dualismus, die Intuition, dass Körper und Seele zwei verschiedene Dinge sind und dass der Tod zwar das Ende des Körpers, nicht aber der Seele nach sich zieht. Deshalb glauben wir etwa, auf Friedhöfen mit Toten kommunizieren zu können. Entsprechend ist der Glauben an ein Weiterleben als Geist, an die Ahnen oder Wiedergeburt in anderen Wesen rund um den Globus nachweisbar.

Die Studienergebnisse belegen, dass weitere Elemente erst im Lauf der Menschheitsgeschichte hinzukamen, es handelt sich also um kulturelle Erfindungen. So die schamanischen Experten, die nur bei vier Fünfteln der untersuchten Gesellschaften existieren. Darunter verstehen Peoples und Co. Individuen, denen die exklusive Aufgabe zufällt, zwischen der Welt der Geister und der Menschen zu vermitteln – etwa im Fall von Krankheiten, Geburten oder Unglücken. Denn auch dahinter steckten Akteure. Dazu entwickelten Schamanen besondere Techniken, darunter diverse Formen der Bewusstseinserweiterung, um mit ihnen in Kontakt zu treten. Dass solche Spezialisten nicht universell verbreitet sind, belegt, dass es sich um ein Innovation handelt. Die Archäologie verortet sie im Mesolithikum, der Zeit der ersten Experten. Weltweit wurden mehrere Gräber nachgewiesen, in denen spirituelle Spezialisten bestattet wurden. Auffallend oft waren diese weiblich. Im Jungpaläolithikum zuvor war noch jeder Mensch selbst für den Austausch mit Geistern und anderen Mächten verantwortlich, auch wenn es immer Individuen gab, die darin besonders talentiert waren. Mit den Schamanen fangen Menschen an, ihr Schicksal in die Hände anderer zu legen, sich in die Abhängigkeit von Experten zu begeben. Das verschafft denen Macht und stellt einen ersten Schritt zur Segmentierung und Hierarchisierung von Gesellschaften dar.

Ebenso ins evolutionäre Bild fügt sich, dass der Glaube an aktive Ahnen, die Einfluss auf das Leben der Menschen nehmen, nur bei 45 Prozent der untersuchten Jäger und Sammler auftritt. Die Annahme, dass die Geister der Verstorbenen weiter existieren, ist eine Universalie; die Überzeugung, dass sie in die Geschicke der Lebenden eingreifen, jedoch nicht. Diesen Bedeutungszuwachs erlebten sie offensichtlich, als Menschen territorialer wurden und bestimmte Orte monopolisierten. Wir haben gezeigt, dass in diesem Zusammenhang die ersten Friedhöfe entstanden, auch um den Besitzanspruch auf Land zu unterstreichen. Die Ahnen werden über das Land wachen und jeden bestrafen, der sich daran vergeht. Ansonsten stehen sie den eigenen Leuten zur Seite, zumindest, solange sie von diesen gebührend verehrt werden. Dabei handelt es sich um einen wichtigen Schritt in der kulturellen Evolution der Religion, der mit der Erfindung des Eigentums einhergeht und der Notwendigkeit, dieses zu begründen und abzu-sichern. Der Glaube an wirkmächtige Ahnen ist die Grundlage für Abstammungsgemeinschaften wie Clans. Auch der privilegierte Kontakt zu ihnen verleiht Macht und Legitimation.

(Harald Meller / Kai Michel / Carel van Schaik: Die Evolution der Gewalt. Warum wir Frieden wollen, aber Kriege führen. Eine Menschheitsge-schichte. München 2024, S. 296-311)
Re: Eine Geschichte von Religion und Krieg #2
Aurora schrieb am 07.01.2025 um 06:57 Uhr (Zitieren)
Ich habe mal nachgefragt, wie es rechtlich mit solchen Veröffentlichungen aussieht:

Kurze Auszüge dürfen Sie im Rahmen des Zitatrechts durchaus verwenden, aber mit wichtigen Einschränkungen:
Erlaubt ist:

Kurze Textpassagen für Diskussionen oder Rezensionen
Mit genauer Quellenangabe (Autor, Werk, Verlag, Jahr)
Wenn der Auszug einem legitimen Zweck dient (z.B. literarische Analyse)
In angemessenem Umfang zur Diskussion

Nicht erlaubt ist:

Längere Passagen oder ganze Kapitel
Zitate ohne erkennbaren Diskussionszweck
Zitate ohne Quellenangabe
Eine Aneinanderreihung von Zitaten, die den Kauf des Buchs ersetzen könnte

Als Faustregel gilt: Der zitierte Text sollte in einem angemessenen Verhältnis zum Diskussionsbeitrag stehen und nicht mehr als nötig umfassen. Meist sind ein paar Sätze oder ein kurzer Absatz ausreichend, um einen Punkt zu diskutieren.

Die Frage ist: Was heißt angemessener Umfang?
Ich merke das nur an, weil nun schon mehrere längere Passagen geboten wurden,
gehe aber davon aus, dass du Bescheid weißt.
Re: Eine Geschichte von Religion und Krieg #2
βροχή schrieb am 07.01.2025 um 07:26 Uhr (Zitieren)
Wir dürfen uns glücklich schätzen, dass die alten Griechen schon soooo lange begraben sind, damit ihre Werke copyfree genießen.

Re: Eine Geschichte von Religion und Krieg #2
βροχή schrieb am 07.01.2025 um 07:44 Uhr (Zitieren)
- und damit -


(sry. Tippo)
Re: Eine Geschichte von Religion und Krieg #2
Γραικύλος schrieb am 07.01.2025 um 10:43 Uhr (Zitieren)
Den Kauf irgendeines Buches ersetzen, das möchte ich auf keinen Fall. Ich wäre froh, wenn jemand meine Beiträge als Appetithäppchen sähe und sich das betreffende Buch kaufen würde.
Ich liebe Bücher.
Re: Eine Geschichte von Religion und Krieg #2
βροχή schrieb am 07.01.2025 um 11:39 Uhr (Zitieren)

Es ist heutzutage nicht so leicht, Leute zu finden, welche die gleichen Bücher gelessen haben.

(Im Verhältnis zu einem Gesamtbuch sind die Häppchen dann klein)


 
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