Dass Sex mit der Ehefrau auch bei den Römern vorübergehend kultisch unrein macht, wusste ich nicht.
KI-Auskunft:
Der Begriff "unrein" ist hier nicht im hygienischen oder moralischen Sinne zu verstehen. Es ging nicht darum, dass Sex als "schmutzig" oder "sündhaft" galt. Vielmehr handelte es sich um eine rituelle Vorstellung: Bestimmte alltägliche Handlungen – darunter auch völlig natürliche wie Sex, Menstruation oder die Berührung eines Toten – galten als Zustände, die einen Menschen vorübergehend von der Götterwelt "trennen".
Das können wir uns vielleicht so vorstellen: Man dachte, der Mensch bewege sich zwischen zwei Sphären - der weltlichen und der göttlichen. Für den Kontakt mit den Göttern (also Gebete, Opfer etc.) sollte man möglichst komplett in der "göttlichen Sphäre" sein. Körperliche Aktivitäten wie Sex, so natürlich und positiv sie auch waren, verankerten einen Menschen stark in der weltlichen Sphäre.
Re: Alexander Severus und sein Hausaltar samt Christus
Γραικύλος schrieb am 28.12.2024 um 10:57 Uhr (Zitieren)
Die Ausführungen zur Unreinheit fand ich hilfreich.
Re: Alexander Severus und sein Hausaltar samt Christus
βροχή schrieb am 28.12.2024 um 16:23 Uhr (Zitieren)
Wir heutigen nennen die Vorsorge vor krankmachenden Mikroben Hygiene.
Damals waren diese Zusammenhänge noch nicht so gut bzw. nur teilweise bekannt, man nannte es Unreinheit.
Re: Alexander Severus und sein Hausaltar samt Christus
βροχή schrieb am 28.12.2024 um 16:26 Uhr (Zitieren)
Die Verbindung mit den Ahnen ist der eigentliche Zweck. Der Mensch vergisst seine Lieben nicht, auch wenn sie schon die Erde verlassen haben.