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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Alexander Severus und sein Hausaltar samt Christus (203 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 28.12.2024 um 00:12 Uhr (Zitieren)
Historia Augusta (Aelius Lampridius), Alexander Severus 29, 2:

Alexander Severus regierte von 222 bis 235 u.Z.
usus uiuendi eidem hic fuit: primum [ut], si facultas esset, id est si non cum uxore cubuisset, matutinis horis in larario suo, in quo et diuos principes sed optimos electos et animas sanctiores, in quis Apollonium et, quantum scriptor suorum temporum dicit, Christum, Abraham et Orfeum et huiuscemodi ceteros habebat ac maiorum effigies, rem diuinam faciebat.

Sein normaler Tagesablauf war folgender: zuvörderst verrichtete er womöglich, das heißt, wenn er nicht mit seiner Gattin geschlafen hatte, in den Morgenstunden seine Andacht in seiner Hauskapelle; dort hatte er sowohl die vergöttlichten Kaiser, aber nur eine Auswahl der besten, als auch besonders ehrwürdige Geister, darunter den Apollonius und – laut einem zeitgenössischen Autor – Christus, Abraham und Orpheus und die übrigen ihresgleichen, im Bilde mit seinen Ahnenporträts beisammen.

Re: Alexander Severus und sein Hausaltar samt Christus
Aurora schrieb am 28.12.2024 um 07:53 Uhr (Zitieren)
Christus, Abraham und Orpheus und die übrigen ihresgleichen, im Bilde mit seinen Ahnenporträts beisammen.

Er dachte wohl: Schaden kann es ja nicht.
Wenn der eine beim Gebetsanliegen nicht greift, tuts vlt. der andere.

Gegenüber den Christen, die schon unter Elagabal nicht verfolgt worden waren, war die Regierung Alexanders und seiner Mutter tolerant. Mamaea stand mit dem prominenten Kirchenschriftsteller Origenes in Kontakt,[25] aber die Behauptungen spätantiker christlicher Quellen, ein Teil der Umgebung des Kaisers oder gar seine Mutter selbst habe den christlichen Glauben praktiziert, sind nicht glaubwürdig. Anscheinend neigten Mamaea und Alexander – einer Tendenz ihrer Zeit folgend – zum Synkretismus, zur Vermischung von Einflüssen verschiedener Religionen.[26] Die erst in der Spätantike auftauchende Behauptung, Alexander habe in einer privaten Kultstätte neben den vergöttlichten Kaisern und anderen vorbildlichen Persönlichkeiten auch Christus, Abraham und Orpheus verehrt,[27] wird von der Forschung sehr skeptisch betrachtet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Severus_Alexander#Religionspolitik

Dass Sex mit der Ehefrau auch bei den Römern vorübergehend kultisch unrein macht, wusste ich nicht.

KI-Auskunft:
Der Begriff "unrein" ist hier nicht im hygienischen oder moralischen Sinne zu verstehen. Es ging nicht darum, dass Sex als "schmutzig" oder "sündhaft" galt. Vielmehr handelte es sich um eine rituelle Vorstellung: Bestimmte alltägliche Handlungen – darunter auch völlig natürliche wie Sex, Menstruation oder die Berührung eines Toten – galten als Zustände, die einen Menschen vorübergehend von der Götterwelt "trennen".
Das können wir uns vielleicht so vorstellen: Man dachte, der Mensch bewege sich zwischen zwei Sphären - der weltlichen und der göttlichen. Für den Kontakt mit den Göttern (also Gebete, Opfer etc.) sollte man möglichst komplett in der "göttlichen Sphäre" sein. Körperliche Aktivitäten wie Sex, so natürlich und positiv sie auch waren, verankerten einen Menschen stark in der weltlichen Sphäre.
Re: Alexander Severus und sein Hausaltar samt Christus
Γραικύλος schrieb am 28.12.2024 um 10:57 Uhr (Zitieren)
Die Ausführungen zur Unreinheit fand ich hilfreich.
Re: Alexander Severus und sein Hausaltar samt Christus
βροχή schrieb am 28.12.2024 um 16:23 Uhr (Zitieren)
Sex, Menstruation oder die Berührung eines Toten


Wir heutigen nennen die Vorsorge vor krankmachenden Mikroben Hygiene.

Damals waren diese Zusammenhänge noch nicht so gut bzw. nur teilweise bekannt, man nannte es Unreinheit.
Re: Alexander Severus und sein Hausaltar samt Christus
βροχή schrieb am 28.12.2024 um 16:26 Uhr (Zitieren)
im Bilde mit seinen Ahnenporträts beisammen.


Die Verbindung mit den Ahnen ist der eigentliche Zweck. Der Mensch vergisst seine Lieben nicht, auch wenn sie schon die Erde verlassen haben.
 
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