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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Ein offiziell anerkanntes 11-Monatskind (230 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 21.12.2024 um 00:04 Uhr (Zitieren)
Aulus Gellius, Noctes Atticae III 16, 12:
Praeterea ego de partu humano, praeterquam quae scripta in libris legi, hoc quoque usu uenisse Romae comperi: feminam bonis atque honestis moribus, non ambigua pudicitia, in undecimo mense post mariti mortem peperisse, factumque esse negotium propter rationem temporis, quasi marito mortuo postea concepisset, quoniam decemuiri in decem mensibus gigni hominem, non in undecimo scripsissent; des diuum Hadrianum causa cognita decreuisse in undecimo quoque mense partum edi posse; idque ipsum eius rei decretum nos legimus. In eo decreto Hadrianus id statuere se dicit requisitis ueterum philosophorum et medicorum sententiis.

Ausser diesen, über die menschliche Leibesfrucht (und die Dauer der Schwangerschaft) vorgefundenen schriftlichen Nachweisen habe ich auch noch folgenden in Rom vorgekommenen (eigentümlichen) Fall in Erfahrung gebracht: dass eine ehrbare und sittsame Frau, deren (Tugendhaftigkeit und) Keuschheit durchaus nicht in Zweifel gezogen werden konnte, im 11. Monat nach ihres Mannes Tode niedergekommen war. Weil nun die Zehnmänner (in den XII Tafelgesetzen) die Geburt eines Menschen zwar im 10. Monat, aber nicht (mehr) im 11. für rechtmässig erklärt hatten, so entstand dieser (Frau aus dem Umstand einer so späten Geburt) wegen der Berechnung des (Entbindungs-) Zeitraums eine grosse Verlegenheit (und gab der Vermutung Raum), als hätte sie erst nach ihres Mannes Tod empfangen (und müsse, als sie bereits Wittwe war, nachträglich unerlaubten, männlichen Umgang gepflogen haben). Allein der erhabene Hadrian entschied nach genauer Untersuchung dieses (merkwürdigen) Falles dahin, dass eine Entbindung wohl auch erst im 11. Monat eintreten könne, und dieses darauf bezügliche (kaiserliche) Erkenntniss habe ich selbst eingesehen. In diesem Erkenntniss sagt Hadrian ausdrücklich, dass er diese Entscheidung treffe, nicht ohne erst vorher die Ansichten der ältesten und erfahrensten Weltweisen und Ärzte eingeholt zu haben.

(Aulus Gellius: Die Attischen Nächte. Hrsg. v. Fritz Weiss. Zwei Bände, Leipzig 1876; Nachdr. Darmstadt 1975; Bd. I, S. 210 f.)
 
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