α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ ς σ τ υ φ χ ψ ω Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ C Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω Ἷ Schließen Bewegen ?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Honigdieb (323 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 01.12.2024 um 00:05 Uhr (Zitieren)
Theokrit 19:
Einstmals stach eine böse Biene den diebischen Eros,
Als er sich Honig stahl aus den Stöcken. Ach, sie verletzte
All seine Fingerspitzen. Da hatte er Schmerzen, die Hände
Blies er und stampfte die Erde und hüpfte, ließ Aphrodite
Seine Verwundung sehen und schalt, daß ein winziges Tierchen,
Wie die Biene es ist, so riesige Schmerzen bereite.
Lachend sprach da die Mutter: „Bist nicht auch du wie die Bienen,
Der du so klein bist und dennoch so große Schmerzen verursachst?“
[χἀ μάτηρ γελάσασα[szup].[/sup] „τὺ δ‘ οὐκ ἴσος ἐσσὶ μελίσσαις,
ὃς τυτθὸς μὲν ἔης τὰ δὲ τραύματα ἁλίκα ποιεῖς;“]

(Theokrit: Gedichte. Hrsg. v. F. P. Fritz. O.O., 1970, S. 130 f.)

Der Herausgeber vermerkt, daß dieses Gedicht unecht ist.
Re: Der Honigdieb
Γραικύλος schrieb am 01.12.2024 um 00:06 Uhr (Zitieren)
γελάσασα. „τὺ ...
Re: Der Honigdieb
Aurora schrieb am 01.12.2024 um 10:16 Uhr (Zitieren)
Der Herausgeber vermerkt, daß dieses Gedicht unecht ist.

Mit welcher Begründung?

Theokrit gibt es auch im Netz:

Τὸν κλέπταν ποτ᾽ Ἔρωτα κακὰ κέντασε μέλισσα
κηρίον ἐκ σίμβλων συλεύμενον, ἄκρα δὲ χειρῶν
δάκτυλα πάνθ᾽ ὑπένυξεν. Ὁ δ᾽ ἄλγεε, καὶ χέρ᾽ ἐφύση,
καὶ τὰν γᾶν ἐπάταξε, καὶ ἅλατα, ταῖ δ᾽ Ἀφροδίται
5 δεῖξεν τὰν ὀδύναν, καὶ μέμφετο, ὅττι γε τυτθὸν
θηρίον ἐντὶ μέλισσα καὶ ἁλίκα τραύματα ποιεῖ.
Χἀ μάτηρ γελάσασα· "Τὺ δ᾽ οὐκ ἴσσον ἐσσὶ μελίσσαις;
χὠ τυτθὸς μὲν ἐης, τὰ δὲ τραύματα ἁλίκα ποιεῖς.”

http://www.mikrosapoplous.gr/theocritus/thcrts0.htm

http://www.zeno.org/Literatur/M/Theokrit/Lyrik/Idyllen
Re: Der Honigdieb
Γραικύλος schrieb am 01.12.2024 um 11:20 Uhr (Zitieren)
Mit welcher Begründung?

Es findet sich lediglich in einer einzigen Handschrift. "Das Gedicht gilt allgemein als unecht." "Es gehört aber wahrscheinlich einer späteren Zeit an."
Re: Der Honigdieb
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 01.12.2024 um 11:31 Uhr (Zitieren)
Von Theokrit selbst oder untergeschoben, das Gedicht spricht für sich, finde ich. Allein die Beschreibung, wie der bestrafte Honigdieb leidet, seine Schmerzen zu lindern versucht und schließlich beklagt, wie inkommensurabel Ursache und Wirkung seien, ist so lebendig und echt, daß man in Aphrodites Lachen einstimmen kann.
Re: Der Honigdieb
Patroklos schrieb am 01.12.2024 um 12:49 Uhr (Zitieren)
Re: Der Honigdieb
Patroklos schrieb am 01.12.2024 um 17:37 Uhr (Zitieren)
Scherzkorrektur: Angesichts der Grasflächen im Cranachschen Gemälde wäre „Augenweide“ angemessener.
Re: Der Honigdieb
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 01.12.2024 um 23:16 Uhr (Zitieren)
Ja, grün tut den Augen gut!

Bemerkenswert finde ich, daß Venus sonstwohin schaut, nur nicht auf das jammernde Erosknäblein, und lachen tut sie schonmal grad gar nicht, das ist allerhöchstens ein deutsches Mona-Lisa-Lächeln.
Re: Der Honigdieb
Patroklos schrieb am 02.12.2024 um 14:44 Uhr (Zitieren)
Bemerkenswert ist schon, dass in Cranachs (d.Ä.) Werkstatt etwa 5.000 Gemälde entstanden. (The Factory)
Re: Der Honigdieb
filix schrieb am 02.12.2024 um 16:12 Uhr (Zitieren)
Erhalten aus Cranachs d. Ä. und seiner Söhne Werkstatt sind knapp 3000 Gemälde, der Augenschmaus war ein Best- und Longseller*, geeignet auch, Nacktheit in verschiedenen Posen und mit wechselnden Accessoires (Hüte, Negligés) unter dem Vorwand der moralischen Belehrung zu vermarkten. Die lateinische Paraphrasierung des Endes des Keriokleptes, die sich meist auf den Bildern findet (verblasst rechts oben im verlinkten Exemplar), kommt nämlich deutlich humorloser daher als im Gedicht, woraus sich auch das "deutsche Mona-Lisa-Lächeln" erklären mag: … sic etiam nobis brevis et peritura voluptas/ quam petimus tristi mixta dolore nocet.

https://cranach.ub.uni-heidelberg.de/wiki/index.php/CorpusCranach:Venus_(mit_oder_ohne_Amor)#CC-MHM-600-041
Re: Der Honigdieb
Patroklos schrieb am 02.12.2024 um 16:43 Uhr (Zitieren)
Gibt es Hinweise auf ähnliche Werkstätten für zB Skulpturen im antiken Griechenland, im Sinne von Kunstindustrie?
Re: Der Honigdieb
βροχή schrieb am 04.12.2024 um 10:08 Uhr (Zitieren)
auch jenes Bild fand ich im wiki, es ist so niedlich wie der kleine schaut. Die Mama ist ihm gegenüber allerdings gleichgültig, sie schaut nur auf den Betrachter.

Das zweite ist auch schön. Es gibt unzählige Variationen, die haben das Motiv wirklich ausgiebig vermarktet. Die moralisierende Inschrift war viell. damals das, was heute die Triggerwarnungen sind, die musste drauf?


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fa/Lucas_Cranach_d.%C3%84._-_Venus_mit_Amor_als_Honigdieb_%28Schloss_G%C3%BCstrow%29.jpg


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cd/Lucas_Cranach_%28I%29_-_Venus_and_Cupid_%281529%29_-_National_Gallery_London.jpg
Re: Der Honigdieb
βροχή schrieb am 04.12.2024 um 16:13 Uhr (Zitieren)
Re: Der Honigdieb
Γραικύλος schrieb am 04.12.2024 um 16:56 Uhr (Zitieren)
Das ist schön. Das stammt aus der Antike und hat einen direkten Bezug zu Theokrits "Honigdieb".
 
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild: Speerspitzen

Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.