Γραικύλος schrieb am 22.11.2024 um 00:05 Uhr (Zitieren)
Aetios, Doxographie (Placita vetusta) 5, 8:
[Aetius: Placita. Ed. by Jaap Mansfeld & David T. Runia. Cambridge (Mass.)/London 2023, pp. 428 sq.]
(1) Der griechische Begriff konnotiert eher den verhängnisvollen als den defekten Charakter der Geburt. τὸ τέρας: außerordentliche und bedeutungsvolle Erscheinung, Wunderzeichen, Wunderwerk; Mißgeburt, Monstrum.
Re: Die Geburt von Monstren
Γραικύλος schrieb am 22.11.2024 um 00:13 Uhr (Zitieren)
Monstren --> Monstern
Re: Die Geburt von Monstern
Γραικύλος schrieb am 22.11.2024 um 10:06 Uhr (Zitieren)
(Titelkorrektur)
Re: Die Geburt von Monstren
Andreas schrieb am 22.11.2024 um 13:37 Uhr (Zitieren)
Ab wann sprach man von einem Monster? Was waren die typischen Kriterien?
Bei Paulus lautet die Stelle mit der Missgeburt:
ἔσχατον δὲ πάντων ὡσπερεὶ τῷ ἐκτρώματι ὤφθη κἀμοί.
Im Wörterbuch finde ich: ektroma = Fehlgeburt
von ek-tititrosko = eine Fehlgeburt haben
Frage: Was hat das konkret mit "verletzen" (titroskein) zu tun?
Re: Die Geburt von Monstren
Bukolos schrieb am 22.11.2024 um 14:23 Uhr (Zitieren)
Wenn Paulus sich mit einem ἔκτρωμα vergleicht, hat er wohl in erster Linie die zeitliche Komponente im Blick. Allerdings muss sich das Wort bei ihm von der ursprünglichen Bedeutung einer zu frühen zu allgemeiner einer Geburt zur falschen Zeit gewandelt haben.
Dass ἐκτιτρώσκειν sowohl als absichtlich herbeigeführter als auch als unabsichtlich entstandener Abort mit einer Verletzung verbunden ist, liegt eigentlich nahe.
Welche Verletzung sollte das sein bei einem
unabsichtlichen?
Re: Die Geburt von Monstren
Andreas schrieb am 22.11.2024 um 17:44 Uhr (Zitieren)
Dann ist die oft zu lesende Übersetzung "Missgeburt" falsch.
Er war zu früh geboren, um Jesus persönlich kennenzulernen.
Vermutlich hätte er dann keine Christen verfolgt.
Ihm ist wohl im Kontakt mit diesen bewusst geworden,
worum es beim Christsein ging und war wohl vom Umgang der Christen miteinander
und deren Verhalten insgesamt tief beeindruckt.
Er zog sich zurück um über alles genau nachzudenken und kam dabei
zu wesentlich neuen Erkennntnissen, die seine Lehre bestimmen sollten
So könnte man sein Bekehrungserlebnis relativ banal psychologisch erklären.
und kann auf theologische Überhöhungen problemlos verzichten
wie bei so manch anderen Dingen auch.
Ich denke auch immer mehr, dass man die gesamte Dogmatik
und das Religiöse überhaupt psychologisch auflösen und
rein anthropologisch verstehen kann und muss, wenn man
die menschliche Natur genauer betrachtet.
Davor sollte niemand Angst haben, sondern Mut dazu.
Das Geschäftsmodell Religion würde sich so von selbst auflösen oder
zumindest ganz neue (und befriedigerendere ??) Formen zeitigen (können).
Re: Die Geburt von Monstern
Γραικύλος schrieb am 22.11.2024 um 17:57 Uhr (Zitieren)
(Titelkorrektur)
Re: Die Geburt von Monstren
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 22.11.2024 um 21:21 Uhr (Zitieren)
??
Bei der Steinigung des Stephanos spricht die Apostelgeschichte von Saulus als von einem Jüngling (ἀπέθεντο τὰ ἱμάτια αὐτῶν παρὰ τοὺς πόδας νεανίου καλουμένου Σαύλου).
Das heißt, er hat das Mannesalter noch nicht erreicht (im Gegensatz zu Jesus, der die 30 wohl überschritten hatte - um bewußt im Ungefähren zu bleiben).
Re: Die Geburt von Monstern
Γραικύλος schrieb am 22.11.2024 um 23:11 Uhr (Zitieren)
Warum Saulus aus Altersgründen Jesus nicht hätte kennenlernen können, verstehe auch ich nicht.