α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ ς σ τ υ φ χ ψ ω Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ C Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω Ἷ Schließen Bewegen ?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Geburt von Monstren (310 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 22.11.2024 um 00:05 Uhr (Zitieren)
Aetios, Doxographie (Placita vetusta) 5, 8:
Πῶς τέρατα γίνεται
How monstrous births (1) occur

1. Empedocles says that monstrous births occur from excess of semen or from lack of semen or from the disturbance of movement of the semen or from the division into more parts or from the inclining away of the womb. In this way he plainly anticipates almost all the causes that can be given.
2. Strato says that they occur from addition to the semen or subtraction from the semen or transposition or inflation of the womb.
3. Some of the doctors say that they occur from the twisting of the womb sometimes when it is inflated.

[Aetius: Placita. Ed. by Jaap Mansfeld & David T. Runia. Cambridge (Mass.)/London 2023, pp. 428 sq.]

(1) Der griechische Begriff konnotiert eher den verhängnisvollen als den defekten Charakter der Geburt. τὸ τέρας: außerordentliche und bedeutungsvolle Erscheinung, Wunderzeichen, Wunderwerk; Mißgeburt, Monstrum.

Re: Die Geburt von Monstren
Γραικύλος schrieb am 22.11.2024 um 00:13 Uhr (Zitieren)
Monstren --> Monstern
Re: Die Geburt von Monstern
Γραικύλος schrieb am 22.11.2024 um 10:06 Uhr (Zitieren)
(Titelkorrektur)
Re: Die Geburt von Monstren
Andreas schrieb am 22.11.2024 um 13:37 Uhr (Zitieren)
Ab wann sprach man von einem Monster? Was waren die typischen Kriterien?

Bei Paulus lautet die Stelle mit der Missgeburt:
ἔσχατον δὲ πάντων ὡσπερεὶ τῷ ἐκτρώματι ὤφθη κἀμοί.

Im Wörterbuch finde ich: ektroma = Fehlgeburt
von ek-tititrosko = eine Fehlgeburt haben

Frage: Was hat das konkret mit "verletzen" (titroskein) zu tun?

Re: Die Geburt von Monstren
Bukolos schrieb am 22.11.2024 um 14:23 Uhr (Zitieren)
Wenn Paulus sich mit einem ἔκτρωμα vergleicht, hat er wohl in erster Linie die zeitliche Komponente im Blick. Allerdings muss sich das Wort bei ihm von der ursprünglichen Bedeutung einer zu frühen zu allgemeiner einer Geburt zur falschen Zeit gewandelt haben.

Dass ἐκτιτρώσκειν sowohl als absichtlich herbeigeführter als auch als unabsichtlich entstandener Abort mit einer Verletzung verbunden ist, liegt eigentlich nahe.
Re: Die Geburt von Monstren
Udo schrieb am 22.11.2024 um 16:35 Uhr (Zitieren)
Dass ἐκτιτρώσκειν sowohl als absichtlich herbeigeführter als auch als unabsichtlich entstandener Abort mit einer Verletzung verbunden ist, liegt eigentlich nahe.

Welche Verletzung sollte das sein bei einem
unabsichtlichen?

Endet eine Schwangerschaft bevor das Kind lebensfähig ist, so spricht man von einer Fehlgeburt (Abort). Als lebensfähig definiert die Medizin ein Baby mit mindestens 500 Gramm und ab der 24. Schwangerschaftswoche.


Ein Schwangerschaftsabbruch (auch Abtreibung; lateinisch Interruptio, auch Abruptio graviditatis) ist die vorsätzliche vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft. Davon zu unterscheiden ist der übergeordnete medizinische Begriff Abort; dieser umfasst auch einen natürlichen Spontanabort (Fehlgeburt).
Re: Die Geburt von Monstren
Andreas schrieb am 22.11.2024 um 17:44 Uhr (Zitieren)
Wenn Paulus sich mit einem ἔκτρωμα vergleicht, hat er wohl in erster Linie die zeitliche Komponente im Blick.

Dann ist die oft zu lesende Übersetzung "Missgeburt" falsch.
Er war zu früh geboren, um Jesus persönlich kennenzulernen.
Vermutlich hätte er dann keine Christen verfolgt.
Ihm ist wohl im Kontakt mit diesen bewusst geworden,
worum es beim Christsein ging und war wohl vom Umgang der Christen miteinander
und deren Verhalten insgesamt tief beeindruckt.

Er zog sich zurück um über alles genau nachzudenken und kam dabei
zu wesentlich neuen Erkennntnissen, die seine Lehre bestimmen sollten
So könnte man sein Bekehrungserlebnis relativ banal psychologisch erklären.
und kann auf theologische Überhöhungen problemlos verzichten
wie bei so manch anderen Dingen auch.

Ich denke auch immer mehr, dass man die gesamte Dogmatik
und das Religiöse überhaupt psychologisch auflösen und
rein anthropologisch verstehen kann und muss, wenn man
die menschliche Natur genauer betrachtet.
Davor sollte niemand Angst haben, sondern Mut dazu.
Das Geschäftsmodell Religion würde sich so von selbst auflösen oder
zumindest ganz neue (und befriedigerendere ??) Formen zeitigen (können).
Re: Die Geburt von Monstern
Γραικύλος schrieb am 22.11.2024 um 17:57 Uhr (Zitieren)
(Titelkorrektur)
Re: Die Geburt von Monstren
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 22.11.2024 um 21:21 Uhr (Zitieren)
Er war zu früh geboren, um Jesus persönlich kennenzulernen.
??

Bei der Steinigung des Stephanos spricht die Apostelgeschichte von Saulus als von einem Jüngling (ἀπέθεντο τὰ ἱμάτια αὐτῶν παρὰ τοὺς πόδας νεανίου καλουμένου Σαύλου).
Das heißt, er hat das Mannesalter noch nicht erreicht (im Gegensatz zu Jesus, der die 30 wohl überschritten hatte - um bewußt im Ungefähren zu bleiben).

Re: Die Geburt von Monstern
Γραικύλος schrieb am 22.11.2024 um 23:11 Uhr (Zitieren)
Warum Saulus aus Altersgründen Jesus nicht hätte kennenlernen können, verstehe auch ich nicht.
Re: Die Geburt von Monstren
Udo schrieb am 23.11.2024 um 13:56 Uhr (Zitieren)
Paulus war bei Jesu Tod etwa 20 Jahre alt oder
jünger.

Paulus von Tarsus (griechisch Παῦλος Paûlos, hebräischer Name שָׁאוּל Scha’ul [Saul, umgangssprachlich (bzw. latinisiert) Saulus], lateinisch Paulus; * vermutlich vor dem Jahr 10 in Tarsus/Kilikien; † nach 60, vermutlich in Rom) war nach dem Neuen Testament (NT) der bedeutendste Missionar des Urchristentums und einer der ersten christlichen Theologen. Er trug entscheidend dazu bei, den neuen Glauben auch für Nichtjuden zu öffnen.
Als griechisch gebildeter Jude und gesetzestreuer Pharisäer mit römischem Bürgerrecht verfolgte Paulus zunächst die Anhänger [quote]Jesu Christi, dem er zu dessen Lebenszeit nie begegnet war.

Man müsste wissen, wann er wie nach Jerusalem kam.
Re: Die Geburt von Monstern
Γραικύλος schrieb am 23.11.2024 um 17:32 Uhr (Zitieren)
(Titelkorrektur)
 
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild: Pyramiden von Gizeh

Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.