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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Kelten und ihre Druiden (174 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 11.11.2024 um 22:07 Uhr (Zitieren)
Caesar, De bello Gallico VI 13 f.:
13. In ganz Gallien gibt es zwei Klassen von Menschen, die irgendwelche Geltung und Ehre genießen. Denn das niedere Volk nimmt beinahe die Stellung von Sklaven ein. Es darf von sich aus nichts unternehmen und wird auch zu keiner Versammlung hinzugezogen. Da die meisten durch Schulden, durch große Abgaben oder von den Mächtigeren ungerechterweise bedrückt werden, begeben sie sich in den Dienst der Vornehmen, die dann gegen sie dieselben Rechte haben wie Herren gegen Sklaven.

Aber um auf die beiden Stände zurückzukommen: Der eine ist der der Druiden, der andere der der Ritter [sed de his duobus generibus alterum est druidum, alterum equitum]. Die Druiden versehen den Götterdienst, besorgen die öffentlichen und privaten Opfer und legen die Religionssatzungen aus [illi rebus divinis intersunt, sacrificia publica ac privata procurant, religiones interoretatuntur]. Bei ihnen finden sich in großer Zahl junge Männer zur Unterweisung ein, und sie genießen hohe Verehrung. Denn sie entscheiden bei fast allen öffentlichen und privaten Streitigkeiten. Sie sprechen das Urteil, wenn ein Verbrechen begangen wurde, ein Mord geschah, Erbschafts- oder Grenzstreitigkeiten ausbrechen; sie setzen Belohnungen und Strafen fest.

Fügt sich ein Privatmann oder ein Volksstamm ihrem Entscheid nicht, so schließen sie die Betroffenen vom Götterdienst aus. Dies stellt bei ihnen die härteste Strafe dar. Die so Ausgeschlossenen gelten als gottlose Verbrecher, ihnen gehen alle aus dem Wege, ihre Annäherung und ihr Gespräch meidet man, um nicht aus der Berührung mit ihnen Nachteil zu erleiden. Ihnen wird, auch wenn sie um ihn nachsuchen, kein Rechtbescheid erteilt, noch wird ihnen irgendwelche Ehrung erwiesen.

An der Spitze aller Druiden steht der, der bei ihnen das höchste Ansehen genießt. Nach seinem Tode tritt an seine Stelle der, der unter den übrigen an Würde hervorragt, oder, wenn mehrere gleiche Bewerber da sind, entscheiden in dem Wettstreit die Stimmen der Druiden, bisweilen gar die Waffen.

Sie tagen zu einer bestimmten Jahreszeit an einer geheiligten Stätte im Lande der Carnuten, das als die Mitte ganz Galliens gilt. Hier treffen sich von überall alle, die Streitigkeiten haben, und beugen sich ihrer Entscheidung und ihrem Urteil. Ihre Lehre soll in Britannien aufgekommen und von dort nach Gallien gelangt sein, und auch jetzt noch reist, wer sie genauer erforschen will, meist, um sie zu lernen, dorthin.

14. Die Druiden ziehen gewöhnlich nicht mit in den Krieg und zahlen auch keine Abgaben wie die anderen, sind vom Waffendienst befreit und genießen Erlaß aller Leistungen. Durch so große Vorrechte verlockt, begeben sich viele freiwillig in ihre Lehre oder werden von ihren Eltern und Verwandten zu ihnen geschickt.

Es heißt, daß sie dort Verse in großer Zahl auswendig lernen; deswegen bleiben einige zwanzig Jahre in der Lehre. Sie halten es für Sünde, sie schriftlich niederzulegen, während sie fast in allen übrigen Angelegenheiten, in Staats- und Privatgeschäften, die griechische Schrift benützen. Dies scheinen sie mir aus zwei Gründen eingeführt zu haben: Sie wollen nicht, daß die Lehre unter der Menge verbreitet wer-de, noch daß die Schüler, sich auf das Geschriebene verlassend, das Gedächtnis weniger übten. In der Regel geschieht es bei den meisten, daß sie, gestützt durch das Geschriebene, im Lerneifer und im Gedächtnis nachlassen.

Vor allem wollen sie davon überzeugen, daß die Seelen nicht vergehen, sondern nach dem Tode von einem zum anderen wandern [sed ab aliis post mortem transire ad alios]. Sie glauben, daß vor allem diese Lehre, da sie die Todesfurcht beseitige, zur Tapferkeit ansporne. Viel disputieren sie außerdem über die Gestirne und ihren Lauf, über die Größe der Welt und der Erde, die Natur der Dinge und über das Walten und die Macht der Götter und teilen das der Jugend mit.

(C. Julius Caesar: Der Gallische Krieg. Herausgegeben von Georg Dorminger. München 61980, S. 264-267)
Re: Die Kelten und ihre Druiden
Andreas schrieb am 12.11.2024 um 17:55 Uhr (Zitieren)
 
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