α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ ς σ τ υ φ χ ψ ω Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ C Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω Ἷ Schließen Bewegen ?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Philosophen auf der Suche nach dem Glück (203 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 26.10.2024 um 00:06 Uhr (Zitieren)
Cicero, De finibus bonorum et malorum V 87:
[...]
Der Sinn der ganzen Philosophie besteht, wie Theophrast sagt, im Erlangen der Glückseligkeit [in beata vita comparanda]. Denn von der Begierde nach dem glückseligen Leben sind wir alle entflammt. [...] Also haben wir zu prüfen, ob uns das Programm des Philosophen dies zu verschaffen vermag. Sicherlich verspricht es uns dies.

Wenn nämlich nicht dies in Aussicht stünde, wozu hätte dann Platon wohl Ägypten bereist, um bei den Priestern der Barbaren Arithmetik und Astronomie zu lernen? Wozu begab er sich später nach Tarent zu Archytas? Warum zu den übrigen Pythagoreern, zu Echekrates, Timaios und Arion nach Lokri, um mit der Lehre des Sokrates, über die er geschrieben hatte, auch die Wissenschaft der Pythagoreer zu verbinden, und das dazuzulernen, was Sokrates verworfen hatte?

Warum hat schon Pythagoras selbst sowohl Ägypten bereist, als auch die persischen Magier aufgesucht? Warum hat er so große Barbarenländer zu Fuß durchwandert und ist über so viele Meere gefahren?

Warum hat Demokrit dasselbe getan? Von ihm wird sogar erzählt – ich lasse es dahingestellt sein, ob mit Recht oder Unrecht -, er habe sich selbst geblendet [oculis se privasse]. Sicherlich, damit der Geist so wenig als möglich vom Denken abgelenkt würde. Er hat auch sein väterliches Erbe vernachlässigt, seine Felder unbearbeitet gelassen, doch wohl nur, weil es ihm ausschließlich auf das glückselige Leben ankam. Obschon er die Glückseligkeit in der Erkenntnis suchte, wollte er dennoch durch seine Naturforschung nichts anderes als die Ruhe des Gemütes erreichen. Als das höchste Gute nämlich bezeichnet er die εὐθυμία (Wohlgemutheit) und häufig die ἀθαμβία (das Über-nichts-sich-Wundern), also die Befreiung des Geistes von der Angst.
[...]

(Cicero: Ziele menschlichen Handelns. Hrsg. v. Olof Gigon und Laila Straume-Zimmermann. Darmstadt 1988, S. 394-397)
Re: Philosophen auf der Suche nach dem Glück
Aurora schrieb am 26.10.2024 um 08:35 Uhr (Zitieren)
An die praktischn Konsequenzen scheint er nicht ernsthaft gedacht zu haben.

Diese Probleme z.B.könnten entstehen:

Alltägliche Grundprobleme:
Orientierung im Raum
Nahrungszubereitung
Hygiene
Gefahrenerkennung
Kommunikation

Neue Abhängigkeiten:
Braucht Helfer/Sklaven für praktisch alles
Verliert Autonomie statt sie zu gewinnen
Paradox: Will frei sein, macht sich aber total abhängig


Verlust statt Gewinn von Freiheit:
Kann nicht mehr spontan handeln
Verliert Bewegungsfreiheit
Wird zum "Gefangenen" seiner Philosophie
Muss sich anderen ausliefern
Kein Genuss mehr von Schönheit (Der Mensch braucht Reiz-Inputs)

Widerspruch zur Euthymia:
Wie kann man "wohlgemut" sein, wenn man ständig hilflos ist?
Neue Ängste entstehen (Stolpern, Verletzungen...)
Abhängigkeit erzeugt Stress statt Seelenruhe

Kann ein Mensch so glücklich werden?
Und die Zeiten waren damals wesentlich härter als heute.

vgl:
https://de.wikipedia.org/wiki/Eudaimonie
 
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild: Pyramiden von Gizeh

Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.