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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Hermotimos von Klazomenai #1 (258 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 19.10.2024 um 00:00 Uhr (Zitieren)
1. Diogenes Laërtios: Leben berühmter Philosophen

Herakleides Pontikos (1) schreibt ihm [sc. Pythagoras] als Äußerung, die er oft wiederholt, zu, er sei vor Zeiten schon auf Erden gewesen als Aithalides und für des Hermes Sohn gehalten worden; Hermes aber habe ihm erlaubt, zu wählen, was er nur immer wünsche, ausgenommen die Unsterblichkeit. So habe er sich denn die Gabe erbeten, alle Geschehnisse im Leben wie im Tode im Gedächtnis zu behalten. Alles nun, was er erlebt habe, sei ihm im Gedächtnis geblieben, aber auch nach seinem Tode sei ihm diese Gedächtnisstärke verblieben.

Einige Zeit darauf sei er als Euphorbos wieder auf Erden erschienen und von Menelaos verwundet worden. Euphorbos aber erklärte, er sei einst Aithalides gewesen; auch erzählte er von dem Geschenk, das er von Hermes erhalten, sowie von der Wanderung seiner Seele und von alle den Pflanze und Tieren, in die er sich verwandelt, und von den Erlebnissen der Seele im Hades sowie von dem, was die übrigen Seelen durchzumachen haben.

Nachdem Euphorbos gestorben, sei seine Seele übergegangen in den Leib des Hermotimos, der seinerseits sich beglaubigen wollte und zu dem Ende sich zu den Branchiden begab; dort wies er nach seinem Eintritt in den Tempel des Apollon auf den Schild hin, den Menelaos dort aufgehängt hatte. Menelaos nämlich – so sagte er – habe nach seiner Abfahrt von Troja dem Apollon den Schild geweiht, der bereits stark vom Zahne der Zeit gelitten, so daß nur noch das elfenbeinerne Antlitz erhalten war.

Nach dem Tode des Hermotimos sei er als delischer Fischer Pyrrhos wieder aufgetreten, und immer wieder habe er sich an alles erinnert, wie er vordem Aithalides, dann Euphorbos, sodann Hermotimos und weiterhin Pyrrhos gewesen. Nachdem Pyrrhos gestorben, sei er Pythagoras geworden und bewahre alles das Gesagte treu im Gedächtnis.

[VIII 4 f.]


2. Plinius der Ältere: Naturgeschichte

Reperimus inter exempla Hermotimi Clazomeni animam relicto corpore errare solitam vagamque e longinquo multa adnuntiare quae nisi a praesente nosci non possent, corpore interim semianimi, donec cremato eo inimici qui Cantharidae vocabantur remeanti animae veluti vaginam ademerint.

Hinsichtlich der Seele finden wir unter den merkwürdigsten Beispielen angeführt, daß die Seele des Klazomeniers Hermotimos, den Körper desselben verlassend, oft umher geirrt sei und von ihren Streifzügen Vieles erzählt habe, was man nur in unmittelbarer Gegenwart habe wahrnehmen können, während indessen der Körper halb leblos gewesen sei, bis endlich seine Feinde, welche Kantharider genannt werden, seinen Körper verbrannt und so der Seele gewissermaßen die Hülle genommen hätten.

[VII 174/52]

(1) Philosoph (ca. 390 – ca. 310 v.u.Z.)
 
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