Γραικύλος schrieb am 17.10.2024 um 00:02 Uhr (Zitieren)
/Altägyptische Weisheit. Lehren für das Leben. Hrsg. v. Hellmut Brunner. Darmstadt 1988, S. 237-256. Zum Vergleich herangezogen: Altägyptische Lebensweisheit. Hrsg. v. Fr. W. Freiherr von Bissing. Zürich 1955, S. 80-90)
Lukas 6,30: „Gib jedem, der dich bittet, und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück.“
Jesaja 58,7: „Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus. Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut.“
Diese Verse betonen, ähnlich wie in dem Text, dass Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft ein zentraler Wert sind, insbesondere gegenüber den Bedürftigen.
2. Weisheit und Lehre als kostbares Gut
Sprüche 3,13-14: „Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, und dem Menschen, der Einsicht erlangt! Denn ihr Erwerb ist besser als der Erwerb von Silber, und ihr Gewinn übertrifft Gold.“
Sprüche 4,7: „Das Höchste ist die Weisheit; erwirb Weisheit und mit allem, was du hast, erwirb Verstand.“
Die Betonung auf Weisheit und ihre Bedeutung in den Sprüchen der Bibel zeigt, dass das Streben nach Erkenntnis und das Lehren anderer ebenfalls als erstrebenswerte Tugenden gelten, wie es auch im zweiten Abschnitt des gegebenen Textes dargestellt wird.
3. Behandlung von Reichen und Armen
Sprüche 22,2: „Reiche und Arme begegnen einander; der HERR hat sie alle gemacht.“
Jakobus 2,1-4: „Meine Brüder, habt den Glauben an Jesus Christus, unseren Herrn der Herrlichkeit, ohne Ansehen der Person! Denn wenn in eure Versammlung ein Mann mit goldenem Ring und prächtigem Kleid kommt und es kommt auch ein Armer in unsauberem Kleid, und ihr seht auf den, der das prächtige Kleid trägt, und sprecht zu ihm: Setz dich hierher auf den guten Platz, und sprecht zu dem Armen: Stell dich dorthin oder setz dich zu meinen Füßen, macht ihr da nicht Unterschiede unter euch und urteilt mit bösen Gedanken?“
Diese Verse sprechen über den Umgang mit Reichen und Armen und stellen klar, dass Menschen nicht nach ihrem Reichtum oder Status beurteilt werden sollen. Das entspricht dem Prinzip, das im obigen Text über die Fähre beschrieben wird, wo dem Bedürftigen ebenfalls geholfen werden soll.
Fazit
Während es keine direkten Parallelen zu einem „Fährmann“-Motiv gibt, das die gleiche symbolische Struktur verwendet, spiegeln viele biblische Passagen die gleichen Werte wider: Großzügigkeit, Weisheit und Gerechtigkeit im Umgang mit anderen, unabhängig von ihrem sozialen Status.
Kulturgeschichte geht auch ohne Verbalinspiration, wie man sieht.
Interkultureller Austausch und man braucht keine Götter als Berufungsinstanzen.
Re: Die Lehre des Amenemope #16
filix schrieb am 17.10.2024 um 13:37 Uhr (Zitieren)
Strukturell ist der Unterschied doch recht deutlich: Das geschilderte Fährunternehmen ist als öffentliches Verkehrsmittel (es gibt ja offenbar vom Fahrpreis abgesehen keine Nutzungsrestriktion) ein Gemeingut mit Sozialtarif, das vom Bedürftigen im Bedarfsfall genutzt werden kann, ohne als Bittsteller aufzutreten zu müssen wie bei der Almosenvergabe. Es wäre also unter diesem Gesichtspunkten nach Parallelen in biblischen Texten zu suchen.