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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Eine Anekdote (231 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 16.10.2024 um 17:31 Uhr (Zitieren)
Während meines Studiums habe ich einmal ein Catull-Seminar besucht. Das muß 1968 gewesen sein.

Der Dozent war eigentlich kein Philologe, sondern Custos der Papyrologischen Sammlung der Universität zu Köln. Außerdem war er auf eine reizende Weise verrückt bzw. exzentrisch: Zu jeder Sitzung orderte er einen Kasten Kölsch und ließ eine Kiste Zigarren herumgehen. Außerdem lief er auf nackten Füßen - noch bevor es die Gruppe "Black Fööß" gab.

So haben wir beschwingt Versmaße analysiert und Wortbedeutungen nachgeforscht. Alles vergessen. Nicht vergessen habe ich, wie er einmal sagte: "Wir dürfen über all dem natürlich nicht aus dem Auge verlieren, daß diese Gedichte schön sind."

Er wollte uns wohl vor einer Gefahr bei Philologen warnen.
Re: Eine Anekdote
Γραικύλος schrieb am 16.10.2024 um 18:19 Uhr (Zitieren)
Die Gruppe heißt "Bläck Fööss", "bläck" für blank, nackt.
Re: Eine Anekdote
filix schrieb am 16.10.2024 um 21:11 Uhr (Zitieren)
Die Korrektur macht diese Anekdote vollkommen.
Re: Eine Anekdote
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 16.10.2024 um 21:44 Uhr (Zitieren)
Für Nicht-Ripuarier:
bläck hat nichts mit der englischen Farbbezeichnung zu tun, sondern ist ein Abkömmling des Verbs blecken, vgl. das DWB s.v.
blicken, erscheinen, sehen lassen, ein ahd. plecchên und plecchan, placchian voraussetzend (s. blicken). schlecht ist die schreibung blöken.
1)
intr. prominere, nudari, hervorstehn, hervorragen, entblöszt stehn. ahd. blechêntên beinen, calvis ossibus. N. ps. 41, 1; sô daʒ rêhpocchili fliet, sô plecchêt imo der ars. Hattemer 1, 410ᵇ. mhd.
https://www.dwds.de/wb/dwb/blecken

Nett sind auch die Verwendungsvarianten, die das Rheinische Wörterbuch aufführt:

bläck NRhWb blęk Rip, Nfrk (vom Siegld, Wittg, NAltk, NNeuw, Ahr (s. Ort OMendig, Brohl) aus); -a- Sieg, Berg (hier u. da neben -ę- im /Bd. 1, Sp. 733/ selben Ort). — Das Mosfrk hat die Weiterbildung blākĭχ und blāk- in Zs. (wie blākkǫp); doch Saarl plak; Ottw-Merchw blęk; Bitb-Dudeld blak:
1. Adj.
a. bloss, nackt, unbedeckt, kahl.
α. von Körperteilen: der Arsch. [Belege, wenn nicht anders angegeben, aus dem Rip, aber allg. geltend]. Ech kletschen (blatzen) dir den bl.ən Arsch. Du kris se op de bl.ə Fott. De bl.ən Hengerschten. — Enwendig rauh, rondöm bl.; wie nöhter am Arsch, wie decker et Speck Wachskerze Siebengeb. — Fuss. Met bl.ə Föss. Ech mache mer bl.ə F. Streck dech no dinge Deck, dann werden dir och de F. net bl. Sieg-NDollend. S. auch bläckbarfuss, bläckfüssig, bläckbeinig. — Arm; Hand. Me kann de bl.ə Arm sehn. Met bl.ə Häng kannste su jet net anpacke. — Plęgəlamę·ŋ. (bl. + la main) = nackt, bloss Bo. — Kopf. Er löf mem bl.ə Kopp (ohne Hut) en de Ren, — bleckkopp Eusk-Rissd. Der bl.ə K. ist auch der Kahlschädel, Glatze. — Haar. Bl. Hor Kopfputz der Frauen ohne Haube Siegld. — Haut, Fell. Et bl.ə Fell (de bl. Hock). — Hemd. Em bl.ə Hemb do lige nur das Hemd anhaben. — Den Hemdenmatz nennt man: bl.ər Engel Altk-Birken Schürdt, Eusk. — He log ganz bl. do ohne Hemd. —
β. von andern Dingen. Op de bl.ə Erd setze. Et Feld, de Wis es bl. abgeerntet; de bl.ə Kar ohne Zubehör; et bl.ə Diər Zugtier ohne Geschirr. De Fahn wiərd bl. gemat enthüllt. —
γ. black von glänzendem Aussehen von Tieren Bitb-Dudeld. —
b. übertr.
α. arm, ohne Mittel. Dat Fraumensch, datste gehirot häs, es bl. on barbes. —
β. bet, aller Klicker verlustig im Spiel Köln, Berg, Altk-Betzd, Ahrw-Brohl, Ottw-Merchw. —
2. Subst. Der Bläcke(n) der blosse Hintern. He wes (zeigte) mər den Bl.ən.
https://woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B04160

Re: Eine Anekdote
Γραικύλος schrieb am 16.10.2024 um 23:35 Uhr (Zitieren)
Die Wortbedeutung war mir noch klar, aber nicht die Schreibweise.

Es gibt sogar ein Rheinisches Wörterbuch!
Re: Eine Anekdote
Γραικύλος schrieb am 16.10.2024 um 23:37 Uhr (Zitieren)
Wichtig: Es heißt nicht "Universität Köln", sondern "Universität zu Köln". Ob damit eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber der Stadt betont werden soll?
 
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