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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Genus und Juno im alten Rom (242 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 11.10.2024 um 00:02 Uhr (Zitieren)
[...] Mochten diese beiden Aspekte [sc. Opfer und Sühne] religiös noch so markant voneinander unterschieden sein, so waren sie zugleich aber auch zutiefst aufeinander bezogen. Die damit angedeutete Ambivalenz kam auch in der altrömischen Vorstellung von Genius und Juno zur Geltung (mit der wohl ebenfalls die frühlatinischen Menschenfiguren in Verbindung gebracht werden dürfen). Demnach wurde das in jedem Menschen wirkende Göttliche beim Mann als ‚Genius‘, bei der Frau als ‚Juno‘ bezeichnet.
Mochte unklar sein, wie dieses Göttliche bei den Leben-den (teils im Sinne von ‚Gewissen‘, teils von ‚Seele‘, teils von ‚Schutzgeist‘) religiös vorzustellen sei, so war mit dem Tod evident, daß das Kreatürliche der Person endete, ihr Genius bzw. ihre Juno indes weiterexistierte und der Ahnenverehrung zugänglich blieb. [...]

(Hermann Müller-Karpe: Grundzüge früher Menschheitsgeschichte. 5 Bände; Bd. 3: Vom 10. bis zum 8. Jahrhundert v. Chr. Darmstadt 1998, S. 34)
Re: Genius und Juno im alten Rom
Γραικύλος schrieb am 11.10.2024 um 00:07 Uhr (Zitieren)
(Titelkorrektur)
Re: Genus und Juno im alten Rom
Andreas schrieb am 11.10.2024 um 12:52 Uhr (Zitieren)
Zu Juno:

Das Weiterleben der Juno nach dem Tod wurde in der römischen Vorstellung folgendermaßen gedacht:

Trennung vom Körper: Mit dem Tod trennte sich die Juno vom physischen Körper der Frau.
Fortexistenz als geistige Entität: Die Juno existierte als eine Art geistige oder göttliche Essenz weiter.
Verbindung zur Ahnenwelt: Sie wurde Teil der Welt der Ahnen (Di Manes) und konnte so von den Lebenden verehrt werden.
Bewahrung der Individualität: Die Juno behielt vermutlich Aspekte der Persönlichkeit der Verstorbenen.
Einfluss auf die Lebenden: Man glaubte, dass die fortexistierende Juno weiterhin Einfluss auf die Familie und Nachkommen haben konnte.
Notwendigkeit der Ahnenverehrung: Regelmäßige Rituale und Opfer waren nötig, um die Juno zu ehren und wohlgesonnen zu stimmen.
Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits: Die Juno diente als Bindeglied zwischen der Welt der Lebenden und der Totenwelt.
Unklare Details: Die genauen Vorstellungen über die Existenzform der Juno im Jenseits blieben oft vage und konnten variieren.

Diese Konzeption des Weiterlebens der Juno war Teil des komplexen römischen Totenkultes und der Ahnenverehrung, wobei viele Details dieses Glaubens für uns heute nicht vollständig rekonstruierbar sind.


Davon blieb offensichtlich auch die christlichen Jenseitsvorstellungen nicht unbeeinflusst.
Re: Genius und Juno im alten Rom
Γραικύλος schrieb am 11.10.2024 um 13:22 Uhr (Zitieren)
Ich hatte davon bis zur Lektüre des erwähnten Buches noch nichts gehört. Juno war für mich (a) eine Göttin, (b) eine Zigarettenmarke ("Aus gutem Grund ist Juno rund").
Re: Genus und Juno im alten Rom
Bukolos schrieb am 11.10.2024 um 14:42 Uhr (Zitieren)
Zitat von Andreas am 11.10.24, 12:52Das Weiterleben der Juno nach dem Tod wurde in der römischen Vorstellung folgendermaßen gedacht

Aus welchen Quellen schließt du das?
Re: Genius und Juno im alten Rom
Γραικύλος schrieb am 11.10.2024 um 14:47 Uhr (Zitieren)
Müller-Karpe gibt keine konkreten Quellen an; der Rest der Frage geht wohl an die KI.
Re: Genus und Juno im alten Rom
Bukolos schrieb am 11.10.2024 um 15:03 Uhr (Zitieren)
Ja, ich vermute ebenfalls, dass es sich bei Andreas' etwas blutleeren Ausführungen um KI-generierte Phantasieprodukte handelt. Man kann Belege für Müller-Karpes Angaben finden. Aber KI ist dazu derzeit vermutlich nicht ohne Weiteres fähig.
Re: Genius und Juno im alten Rom
Γραικύλος schrieb am 11.10.2024 um 15:25 Uhr (Zitieren)
Im Roscher finde ich:
Iunones (Frauengenien, vgl. den Artikel Genius). Wie der Mann bei den Römern seinen Genius hat, so hat die Frau ihre Iuno.

Als erste Quellen dazu werden Plinius nat. hist. 2, 16 sowie Seneca Epist. 110 angegeben und zitiert.
Re: Genus und Juno im alten Rom
Patroklos schrieb am 11.10.2024 um 15:36 Uhr (Zitieren)
KI? Joseph Addison, Herausgeber des „Tatler“, 1709-1711, gab viel Aufgeschnapptes und Erfundenes zum besten. Dies nannte er „From my own apartment.“ Quasi persönliche KI.
Re: Genius und Juno im alten Rom
Γραικύλος schrieb am 11.10.2024 um 16:25 Uhr (Zitieren)
(Titelkorrektur. Schade, daß man solche Fehler nicht nachträglich dauerhaft korrigieren kann.)
Re: Genius und Juno im alten Rom
Γραικύλος schrieb am 11.10.2024 um 16:26 Uhr (Zitieren)
Die Textbelege bei Plinius, Seneca und Censorinus werde ich demnächst hier vorstellen.
 
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