Γραικύλος schrieb am 04.10.2024 um 14:15 Uhr (Zitieren)
Bardesanes (ca. 154 – ca. 222 u.Z.), Hymnenbuch
Bardesanes war ein syrischer Gnostiker, der auch historische Werke verfaßt hat, so eine Geschichte armenischer Könige.
(Summa poetica. Griechische und lateinische Lyrik von der christlichen Antike bis zum Humanismus. Hrsg. v. Carl Fischer. München 1967, S. 15. Die Übersetzung stammt von Wolters.)
Re: Gesang auf die Weisheit
Bukolos schrieb am 08.10.2024 um 15:07 Uhr (Zitieren)
Die Autorschaft des Bardesanes hat freilich schon der Hagiograph des Georgekreises mit einem Vielleicht versehen. Fraglich ist auch, ob das Brautlied aus den Thomasakten (6-7) tatsächlich als Weisheitsallegorie zu lesen ist, ebenso, ob Wolters' vierhebige Jamben etwas mit dem ursprünglichen Metrum zu tun haben. (Die griechische Fassung verzichtet bei der Wiedergabe der "ᾠδή" auf gebundene Rede.)
Re: Gesang auf die Weisheit
Andreas schrieb am 08.10.2024 um 16:44 Uhr (Zitieren)
Die Apokalypse des Johannes lässt grüßen.
Re: Gesang auf die Weisheit
Γραικύλος schrieb am 08.10.2024 um 17:14 Uhr (Zitieren)
Ich nehme an, die die meisten hier - mich eingeschlossen - bis vor kurzem Bardesanes überhaupt nicht kannten.
Jetzt haben wir eine Information.
Gefunden habe ich den Text an der angegebenen Stelle; im griechischen Original steht er mir nicht zur Verfügung. Daß die Übersetzung an Stefan George erinnert, war mir schon aufgefallen - Bukolos hat die Verbindung nunmehr bestätigt.
Re: Gesang auf die Weisheit
Γραικύλος schrieb am 08.10.2024 um 23:28 Uhr (Zitieren)
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Re: Gesang auf die Weisheit
Bukolos schrieb am 09.10.2024 um 16:59 Uhr (Zitieren)
Die Vermutung, Bardesanes könnte der Verfasser des Brautlieds sein, beruht ja lediglich auf der Kombination der Nachricht des Ephraem Syrus*, dass jener eine an der davidischen angelehnte, eigene Psalmensammlung verfasst habe, mit der Annahme, dass die das Brautlied mitteilenden Thomasakten zuerst auf Syrisch verfasst worden sind und damit einen zu syrischer Hymnendichtung befähigten Autor haben sollten.
Ob einem das genügt, beide miteinander zu identifizieren, vor allem vor dem Hintergrund der enkratitischen Ausrichtung der Thomasakten, während Bardesanes Askese anscheinend ablehnte, hängt wohl davon ab, ob die eigene Phantasie sich weitere dichtende Gnostiker im damaligen Syrien vorzustellen vermag oder nicht.
* 53, 5. Er [Bardaisan] schuf Hymnen * und verband sie mit Musik; - er dichtete Psalmen * und führte die Metren ein; - nach Mass und Gewicht * verteilte er die Worte. - Und er gab den Einfältigen * das Bittre in Süssigkeit, - Kranken, die heilende Speise verschmähten. 6. Auf David wollte er schauen, * um sich mit seiner Schönheit zu schmücken, - um als ihm ähnlich gelobt zu werden. * Er dichtete hundertfünfzig - Psalmen, auch er. * Die Wahrheit Davids liess er im Stich, meine Brüder, - doch seine Zahl ahmte er nach. * Denn David sang nicht - die Gesänge der Leugner, * deren Harfe die Lüge ist. [Des Heiligen Ephraem des Syrers Hymnen Contra haereses, übers. Edmund Beck, Louvain 1957, S. 182.]
Re: Gesang auf die Weisheit
Γραικύλος schrieb am 09.10.2024 um 17:24 Uhr (Zitieren)
Ich habe meiner abgespeicherten Datei entsprechende einschränkende Bemerkungen hinzugefügt.
Aus der Edition Carl Fischers ging nichts derartiges hervor.
Re: Gesang auf die Weisheit
Bukolos schrieb am 10.10.2024 um 14:08 Uhr (Zitieren)
Hat die Übersetzung bei Fischer auch nur fünf Strophen oder stammt die Kürzung von dir?
Re: Gesang auf die Weisheit
Γραικύλος schrieb am 10.10.2024 um 14:18 Uhr (Zitieren)
Die Kürzung stammt von mir, unbeabsichtigt; ich habe schlicht nicht gesehen, daß der Text auf der folgenden Seite weitergeht.
Re: Gesang auf die Weisheit
Γραικύλος schrieb am 10.10.2024 um 14:43 Uhr (Zitieren)