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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Das Sexualleben des Augustus (256 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 24.09.2024 um 00:08 Uhr (Zitieren)
Sueton, Augustus 68 f.:
68. In früher Jugend zog er sich den Ruf zu, er habe verschiedene sittlich anstößige Taten begangen. Sextus Pompeius verfolgte ihn mit der Behauptung, er sei sozusagen eine Frau geworden [ut effeminatum insectatus est]; M. Antonius behauptet, er habe sich die Adoption durch seinen Onkel [sc. Caesar] dadurch verdient, daß er mit ihm ins Bett gestiegen sei; ebenso Lucius [sc. Antonius], der Bruder des Marcus: seine Keuschheit, die ihm schon Caesar genommen hatte, habe er in Spanien noch einmal Aulus Hirtius zu einem Preis von dreihunderttausend Sesterzen preisgegeben[,] und er habe immer seine Schenkel mit einer brennenden Nußschale abzusengen gepflegt, damit um so weichere Haare nachwüchsen.
Als an einem Tag, an dem Schauspiele stattfanden, auf der Bühne einmal ein Priester der Magna Mater, während er die Handpauke schlug, den Vers sprach:

„videsne, ut cinaedus orbem digito temperat?”

„Siehst du, wie das männliche Liebchen mit dem Finger den Kreis regiert?“

hat das gesamte Volk diesen Vers für eine Verunglimpfung seiner Person gehalten und ihm unter größtem Beifall beigepflichtet.

69. Zwar bestreiten nicht einmal seine Freunde, daß er ehebrecherische Verhältnisse unterhalten habe, führen aber als Entschuldigung an, daß er immerhin einen Ehebruch nicht aus Lüsternheit, sondern aus Kalkül heraus begangen habe, um so leichter über die Frauen der Betreffenden etwas über die Pläne seiner Gegner herauszubekommen.
M. Antonius hielt ihm neben der zu raschen Heirat mit Livia auch vor, daß er die Frau eines ehemaligen Konsuls aus dem Speisesaal ihres Mannes vor aller Augen ins Schlafzimmer entführt und sie wieder mit roten Öhrchen und durcheinander geratenem Haar zur Tischgesellschaft zurückgebracht habe; er habe sich von Scribonia scheiden lassen, weil sie sich zu freimütig über den allzu großen Einfluß einer Geliebten beklagt habe; durch Freunde soll er sich Liebschaften verschafft haben, indem diese verheiratete Frauen und ziemlich erwachsene junge Frauen entblößten und sich genau ansahen, wie wenn sie der Sklavenhändler Toranius zum Verkauf anbiete.
Antonius schreibt auch an ihn persönlich folgendes, als er mit ihm noch wie ein Freund verkehrte und noch gar nicht wie ein Gegner und Feind: „Was hat dich verändert? Vielleicht die Tatsache, daß ich mit einer Königin schlafe [quod reginam ineo]? Sie ist meine Frau. Habe ich denn erst jetzt damit angefangen oder nicht bereits vor neun Jahren? Und du, schläfst du weiterhin nur mit [Livia] Drusilla? Es möge dir so gut gehen, daß du, wenn du diesen Brief liest, weder mit Tertulla noch mit Terentilla, Rufilla, Salvia Titisenia oder allen zusammen geschlafen hast. Oder ist es etwa von Bedeutung, wo und auf welche Frau man versessen ist [an refert, ubi et in qua arrigas]?“

(C. Suetonius Tranquillus: Die Kaiserviten – De Vita Caesarum. Herausgegeben von Hans Martinet. Düsseldorf/Zürich 1997, S. 256-261)
 
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