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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Rätsel (452 Aufrufe)
filix schrieb am 26.08.2024 um 16:31 Uhr (Zitieren)
Aut Caesar aut nullus:

Der Tanz mit dem Globus, wer könnte diese Bilder vergessen? Im Hintergrund unter anderen als gipserner Hermenkopf auch ein falscher Römer, dessen Sarkophag das Vorbild des Tänzers besuchte, als die letzte Klappe noch nicht gefallen war. Wen zeigt die Büste und wo finden wir das Original?
Re: Rätsel
Andreas schrieb am 26.08.2024 um 18:30 Uhr (Zitieren)
KI liefert dazu:

Das Zitat bezieht sich auf die berühmte Filmszene aus "Der große Diktator" (1940) von Charlie Chaplin. In dieser Szene tanzt Chaplin, in der Rolle des Diktators, mit einem Globus. Im Hintergrund ist eine Büste zu sehen, die als gipserner Hermenkopf beschrieben wird.

Diese Büste stellt Julius Caesar dar. Der "falsche Römer" verweist auf die Parodie, die Chaplin in seiner Rolle des Diktators Hynkel auf Adolf Hitler darstellt.

Das Original der Büste von Julius Caesar befindet sich im Museo di Antichità di Torino (Turin, Italien). Diese klassische Büste ist eine Darstellung des römischen Staatsmanns und Feldherrn.

Chaplins Film nutzt das Bild Caesars, um die Parallelen zwischen dem antiken römischen Imperium und dem totalitären Regime, das im Film dargestellt wird, zu unterstreichen.
Re: Rätsel
filix schrieb am 26.08.2024 um 18:55 Uhr (Zitieren)
Fragen an die KI: Wir sind in der Tat in Hynkels Büro, aber Cäsar, den du als in der Büste Dargestellten identizierst, ist schwerlich ein falscher Römer - wo wäre zudem sein Sarkophag, den wer etwa zur selben Zeit besuchte?
Re: Rätsel
filix schrieb am 26.08.2024 um 18:55 Uhr (Zitieren)
*identifizierst
Re: Rätsel
Γραικύλος schrieb am 26.08.2024 um 23:02 Uhr (Zitieren)
als die letzte Klappe noch nicht gefallen war

Bezieht sich diese Zeitangabe auf das Leben des Vorbilds oder auf die Filmaufnahmen?
Re: Rätsel
filix schrieb am 26.08.2024 um 23:07 Uhr (Zitieren)
Auf die Filmaufnahmen.
Re: Rätsel
Γραικύλος schrieb am 27.08.2024 um 00:11 Uhr (Zitieren)
Es hilft nichts, ich muß mir die Szene im Film nochmal genau anschauen.
Re: Rätsel
filix schrieb am 27.08.2024 um 11:25 Uhr (Zitieren)
Man sieht den Gesuchten im Hintergrund z.B. bei 2:05 bis 2:10 in https://youtu.be/-jj-PaqFrBc?t=125
Re: Rätsel
Γραικύλος schrieb am 27.08.2024 um 15:43 Uhr (Zitieren)
Aha. Es ist nicht der auf dem Podest, sondern der über der Tür.
Erscheinungstermin des Films: 1940.

Wessen Sarkophag hat A.H. 1940 besucht?
Das müßte in Paris gewesen sein, nach dem Waffenstillstand.

Dies legt eine Antwort nahe.
Re: Rätsel
Γραικύλος schrieb am 27.08.2024 um 15:44 Uhr (Zitieren)
Und das war in der Tat ein Pseudo-Römer.
Re: Rätsel
filix schrieb am 27.08.2024 um 19:25 Uhr (Zitieren)
Deine Vermutung ist richtig, gratuliere, allerdings ist der Gesuchte tatsächlich der
auf dem Podest, den man im verlinkten YT-Clip links neben der Tür sieht.

Chaplin filmt The Great Dictator bis in den Oktober 1940, Ende Juni desselben Jahres steht Hitler* im weißen Anzug im eroberten Paris am Grab Napoleons. Vielleicht als spontane Reaktion, vielleicht aus allgemeinen Erwägungen zu Symbolfiguren für raumgreifende Alleinherrschaftsansprüche platziert er in der legendären Szene, in der Hynkel in seinem Arbeitszimmer lasziv mit dem Globus zu den Klängen aus Lohengrin tanzt, bis dieser zerplatzt, unter anderen Büsten auch besagte, die den Kaiser der Franzosen im Stil römischer Herrscherbildnisse zeigt.

Es handelt sich dabei allem Anschein nach um eine Kopie einer seit 1853 im Louvre verwahrten buste en hèrmes** in Marmor, die lange Canova zugeschrieben wurde, heute aber als nach Antoine Denis Chaudet (1763 - 1810) geschaffen gilt, der Napoleon mehrfach nach antikem Vorbild verewigt hat. Von dieser Darstellung gibt es zahlreiche Fassungen nicht nur in Stein, sondern auch in Biskuitporzellan.

Dass das Exemplar in Chaplins Filmkulisse auf die Version im Louvre zurückgeht, vermute ich aus der sie zierenden Inschrift, die man nicht unbedingt im Film, wohl aber auf Setphotographien***, welche mittlerweile das famose Charlie Chaplin Archive in Bologna verwahrt, vage erkennen kann und die es als Geschenk des Kaisers ausweisen (DONNE PAR L'EMPEREUR AU COMTE DE SUSSY). Davor posiert Mussolinis fiktionales Pendant im Film, sein Name: Benzino Napoloni.

*
https://www.bridgemanimages.com/de/noartistknown/hitler-at-napoleon-s-tomb-german-chancellor-adolf-hitler-in-white-suit-and-his-entourage-visiting/nomedium/asset/3144808

**
https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010091534

***
http://www.charliechaplinarchive.org/en/collection/cerca/jack-oakie-posa-nelle-vesti-di-napaloni/search/type:photograph--film_project:the-great-dictator/page/3
Re: Rätsel
Γραικύλος schrieb am 27.08.2024 um 19:50 Uhr (Zitieren)
Aha, sogar eine bekannte Büste.

Und wer ist der über der Tür Dargestellte? Gibt es auch zu dem eine Geschichte?
Re: Rätsel
filix schrieb am 27.08.2024 um 21:04 Uhr (Zitieren)
Eine gute Frage, tatsächlich hat sich, soweit ich sehe, mit diesen Details bisher niemand beschäftigt (was der KI entsprechend Grenzen setzt). Leider ist die Auflösung sehr gering und es gibt auch keine bessere Version unter den Setphotos, intuitiv würde ich sagen, es handelt sich um Caesar (im fortgeschrittenen Alter), passend zum zwei Mal fallenden Diktum Aut Caesar aut nullus.

Unter den übrigen Skulpturen in Hynkels Arbeitszimmer, die man in einer Gesamtaufnahme* der Studiokulisse erkennen kann, vermag ich sonst mit einiger Bestimmtheit nur Menelaos und Caracalla zu erkennen - ersterer vielleicht, weil er den Beinamen ξανθός (der Blonde) führte und in Hynkels Delirien von der arischen Rasse vor dem Tanz mit dem Globus die Haarfarbe Ἃeine Rolle spielt, Caracalla repräsentiert wohl den jedwede Opposition brutal unterdrückenden Gewaltherrscher.

* http://www.charliechaplinarchive.org/en/collection/cerca/hynkels-office-hynkel-seated-at-desk/search/search:office--type:photograph--film_project:the-great-dictator/page/1/view_as/grid -
Re: Rätsel
filix schrieb am 27.08.2024 um 22:37 Uhr (Zitieren)
Rechts vorne ist vermutlich der Apollo von Belvedere zu sehen ("… mit einem Ebenmaß, wie der nordische Mensch es nach seinem rassegebundenen Stilgesetz als schön empfindet, wie es daher nordisch ist." [Otto Reche]). Die lange, schmale Nase zwischen Menelaos und Caracalla gehört vielleicht Caligula (»It is certainly less dangerous both to the individual and to civivilization to submit to the tyranny of high pressure salesmanship than to the tyranny of a Caligula, a Hitler, a Mussolini or a Stalin« [Annals of the American Academy of Political and Social Science, 1938]. Chaplin und seine Ausstatter haben sich also einiges überlegt.
 
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