Ich habe mich immer gefragt, wie die Legende zustande kam.
Das Pferd scheint ja keine pathologische Anomalie der Hufe gehabt zu haben (Hufe mit Rissen sind ungesund). Diese hätte seine Einsatzfähigkeit beeinträchtigt.
Ich hatte deshalb zunächst an Windfarbigkeit gedacht. Die Hufe sind beim Fohlen längsgestreift (was wie Zehen aussehen kann). Auch dies verwächst sich aber.
Die andere Variante wäre ein zehenartiges Eponychium (Fohlenkappe). Damit Fohlen den Uterus der Stute nicht verletzen, kommen sie mit einer Gewebekappe über den Hufen zur Welt. Diese kann wie eine Kappe oder wie Fransen aussehen. Die Kappe wird in den ersten Stunden/Tagen heruntergelaufen.
Möglicherweise war es also schlicht ein ungewöhnlich geformtes Eponychium....
Da bei einer menschlichen Geburt eine Geburt im unbeschädigten amniotischen Sack/Fruchtblase als gutes Omen galt, könnte das passen.
Allerdings würde man bei erwachsenen Pferd keinen Unterschied mehr sehen.
Vielleicht sind ja Pferdezüchter, Tierärzte oder Hufschmiede im Forum....?
Ich habe mich immer gefragt, wie die Legende zustande kam.
Das Pferd scheint ja keine pathologische Anomalie der Hufe gehabt zu haben (Hufe mit Rissen sind ungesund). Diese hätte seine Einsatzfähigkeit beeinträchtigt.
Ich hatte deshalb zunächst an Windfarbigkeit gedacht. Die Hufe sind beim Fohlen längsgestreift (was wie Zehen aussehen kann). Auch dies verwächst sich aber.
Die andere Variante wäre ein zehenartiges Eponychium (Fohlenkappe). Damit Fohlen den Uterus der Stute nicht verletzen, kommen sie mit einer Gewebekappe über den Hufen zur Welt. Diese kann wie eine Kappe oder wie Fransen aussehen. Die Kappe wird in den ersten Stunden/Tagen heruntergelaufen.
Möglicherweise war es also schlicht ein ungewöhnlich geformtes Eponychium....
Da bei einer menschlichen Geburt eine Geburt im unbeschädigten amniotischen Sack/Fruchtblase als gutes Omen galt, könnte das passen.
Allerdings würde man bei erwachsenen Pferd keinen Unterschied mehr sehen.
Vielleicht sind ja Pferdezüchter, Tierärzte oder Hufschmiede im Forum....?
Re: Caesars Pferd
Γραικύλος schrieb am 19.11.2024 um 16:07 Uhr (Zitieren)
Das klingt einleuchtend und kenntnisreich; aber eine Erklärung vermag ich nicht zu geben.
Daß im Unfeld "großer Menschen" diverse Vorzeichen gemeldet werden, ist in der Antike üblich.
Re: Caesars Pferd
filix schrieb am 19.11.2024 um 19:06 Uhr (Zitieren)
Eine hübsche Vorstellung, wir kennen unser Publikum aber leider kaum, falls wir überhaupt eines haben.
Neben weiteren rationalistischen Erklärungen, die die Erzählung mit der seltenen Polydaktylie beim Pferd in Verbindung bringen, geben andere diese Strategie auf und suchen, wie von Γραικύλος angedeutet, antike Parallelen in der Funktion als wunderbar-religiöses Vorzeichen, das laut Sueton in Caesars Fall immerhin Weltherrschaft verheißt: