Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Aus dem Gnomologium Vaticanum #5 (289 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 08.08.2024 um 00:00 Uhr (
Zitieren )
85.
Anaximenes sagte einmal zu Alexander: „Wenn du alle so reich beschenkst, wirst du das nicht lange tun können.“ Darauf Alexander: „Wenn ich damit aufhöre, werde ich meinen Besitz nicht lange halten können.“
92.
Auf den Wunsch seines Vaters Philipp, an den olympischen Spielen teilzunehmen, sagte Alexander: „Ein Sieg wäre nicht königlich, eine Niederlage aber schimpflich [τὸ μὲν νικᾶν τὸν ἀγῶνα τοῦτον οὐ βασιλικόν, τὸ δὲ ἡττᾶσθαι αἰσχρόν].“
94.
Auf den Rat seiner Freunde, gegen die Amazonen zu kämpfen, erwiderte Alexander, über Frauen zu siegen sei nicht rühmlich, von ihnen besiegt zu werden aber unrühmlich [τὸ μὲν νικῆσαι γυναῖκας οὐκ ἔνδοξον, τὸ δὲ νικηθῆναι ὑπ‘ αὐτῶν ἄδοξον].
97.
Wie Alexander den Diogenes in seinem Faß liegen sah, sagte er: „Ein Faß voll Geist [πίθε μεστὲ φρενῶν].“ Der Philosoph aber stand auf und entgegnete: „O größter König, einen Tropfen Glück [τύχη] hätte ich lieber als ein Faß voll Geist, denn ohne das ist auch der Geist unglücklich.“
104.
Diogenes bat Alexander um eine Drachme. „Das ist kein Geschenk für einen König“, meinte der. Darauf jener: „Dann gib ein Talent.“ Worauf Alexander: „Das ist keine Forderung für einen Kyniker.“
106.
Der Dichter Antagoras hielt in Theben einen Vortrag, bekam aber keinen Ehrenpreis. Da sagte er: „Odysseus tat Unrecht, als er seinen Gefährten angesichts der Sirenen die Ohren verstopfte, er hätte Thebaner anheuern sollen.“
(Gnomologium Vaticanum e codice Vaticano Graeco 743. Ed. Leo Steinbach. Berlin 1963; Sokrates antwortet. Antike Lebensweisheiten Hrsg. v. Alexander Demandt. Zürich 1992)