Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Aus dem Gnomologium Vaticanum #2 (207 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 05.08.2024 um 00:02 Uhr (
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18.
Auf die Frage, was dem Menschen am schädlichsten sei, antwortete Anacharsis: „Seinesgleichen [αὐτοὶ ἑαυτοῖς].“
19.
Anacharsis wurde gefragt, warum neidische Menschen immer grämlich seien. Er sagte: „Weil die nicht nur unter ihrem eigenen Unglück leiden, sondern auch noch unter dem Glück der anderen.“
21.
„Wen trifft der Tod am schwersten?“ fragte jemand den Anacharsis. „Den Glücklichen [ὁ τῶν εὐτυχούντων]“, sagte er.
28.
Beschimpft, weil er als Kyrenaier aus der Heimat verbannt sei, sprach Aristipp: „Wahrlich, Bursche, ein großes Unrecht hat mir die Heimat zugefügt, als sie mich von Afrika zu euch nach Griechenland vertrieb.“
31.
Als jemand einen anderen beschimpfte, der ihm sein Geld nicht zurückgab, bemerkte Aristipp: „Tadel verdient weniger der säumige Schuldner als der leichtsinnige Gläubiger [σαυτῷ δέ, φησίν, οὐκ ἐγκαλεῖς, εἰ μὴ ὀρθῶς ἐδοκίμασας, ᾧ ἐδίδους;].“
36.
Auf die Frage, was ihm die Philosophie einbringe, erwiderte Aristipp: „Daß ich ohne Scheu mit jedem reden kann [τὸ ἀδεῶς τοῖς ἐντυγχάνουσιν ὁμιλεῖν].“
(Gnomologium Vaticanum e codice Vaticano Graeco 743. Ed. Leo Steinbach. Berlin 1963; Sokrates antwortet. Antike Lebensweisheiten Hrsg. v. Alexander Demandt. Zürich 1992)
Re: Aus dem Gnomologium Vaticanum #2
Γραικύλος schrieb am 05.08.2024 um 00:43 Uhr (
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Zu 19. fällt mir eine Definition aus dem "Wörterbuch des Teufels" von Ambrose Bierce ein:
Katastrophe , die, subs.: Eine eindringliche, nicht alltägliche Erinnerung daran, daß die Dinge des Lebens sich nicht nach unserem Willen richten. Es gibt zwei Arten von Katastrophen: Unglück für mich und Glück für andere.