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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Listen des Archidamos (304 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 02.07.2024 um 13:49 Uhr (Zitieren)
Polyainos, Strategika I 41:

Archidamos III. war spartanischer König von 359 bis 338 v.u.Z.
1. Als Archidamos in Arkadien gerade am folgenden Tag (zur Schlacht) antreten wollte, stärkte er den Mut der Spartiaten dadurch, dass er nachts einen Altar errichtete, mit prächtigen Waffen schmückte und dann zwei Pferde um ihn herumführte. Als mit Anbruch des Tages die Lochagoi (1) und Taxiarchoi (2) fremde Waffen, Spuren von zwei Pferden und einen von selbst entstandenen Altar erblickten, verbreiteten sie die Nachricht, die Dioskuren (3) seien zu Hilfe gekommen. Die Soldaten fassten Mut, fochten mit Begeisterung und besiegten die Arkader.

2. Archidamos belagerte Korinthos. In der Stadt gab es eine Spaltung zwischen den Reichen und den Armen [στάσις τῶν πλουσίων καὶ τῶν πενήτων], wobei die einen auf eine Oligarchie zielten, die anderen auf Verrat. Als dies dem Archidamos bekannt wurde, setzte er die Belagerung nicht mehr mit Eifer fort, brachte keine Kriegsmaschinen mehr heran und hörte auf, Gräben herumzuziehen und das Land zu verheeren. Die Reichen befürchteten, er tue dies den Armen zuliebe, die ja die Stadt verraten wollten; daher kamen sie diesen zuvor, sandten einen Herold ab und übergaben dem Archidamos die Stadt, nachdem sie sich in einem Vertrag ihre künftige Sicherheit von ihm ausbedungen hatten.

3. Die Stadt der Lakedaimonier wurde von einem Erdbeben erschüttert; und nur fünf Häuser blieben verschont. Als Archidamos sah, wie die Einwohner zu den Häusern eilten, um das zu retten, was darin war, machte er sich Sorgen darum, sie könnten, wenn sie zurückblieben, alle (bei einem Nachbeben) umkommen. Daher ließ er mit der Trompete das Anrücken von Feinden signalisieren. Die Lakoner glaubten es und sam-melten sich schnell um ihn. Tatsächlich stürzten dann die Häuser zusammen, doch die Menschen selbst wurden auf diese Weise gerettet.

4. Als die Arkader siegten, Archidamos selbst aber schon von einer Wunde entkräftet war, sandte er eilig einen Herold wegen Bestattung von Toten ab, damit nicht auch die übrigen umkämen.

5. Archidamos führte sein Heer nachts gegen Karyai. Der Weg war ohne Wasser, ungebahnt und weit. Die Soldaten murrten über den beschwerlichen Marsch. Archidamos sprach ihnen so gut wie möglich Mut zu und ermahnte sie, ja nicht nachzulassen. Nachdem sie aber durch plötzlichen Überfall viele Feinde getötet und den Platz eingenommen hatten, genossen sie siegesfroh ihr Deipnon (4). Jetzt fragte Archidamos, wann sie glaubten, dass die Eroberung der Stadt entschieden worden wäre? Einige antworteten, als wir in sie eindrangen, andere, als wir mit den Bogen schossen. „Keineswegs“, sagte er, „sondern damals, als wir den langen Weg in wasserloser Gegend zurücklegten; denn Bereitwilligkeit, Beschwerde zu ertragen, entscheidet den Sieg über alle Feinde [τὸ γὰρ βούλεσθαι πονεῖν πάντων κρατεῖν πέφυκεν].

(Polyainos, Strategika. Hrsg. v. Kai Brodersen. Berlin/Boston 2017, S. 90-95)

(1) Anführer von 100 Mann
(2) Anführer einer größeren Heeresabteilung
(3) das göttliche Zwillingspaar Kastor und Polydeukes
(4) Mittagsmahlzeit

 
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