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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Kniebeugungsstreit (270 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 01.07.2024 um 15:21 Uhr (Zitieren)
Nicht antik, aber skurril und zu seiner Zeit erbittert umkämpft:
Kniebeugungsstreit, 1838-45. Am 14.8.1838 ordnete das bayer. Kriegsministerium bei Heeresgottesdiensten und Fronleichnamsprozessionen für alle Militärs ohne Unterschied der Konfession das Niederknien vor dem Allerheiligsten „wieder“ an, wodurch sich die Protestanten in ihrer verfassungsmäßig garantierten Gewissensfreiheit verletzt fühlten. Gegen ihre Beschwerden griff das Ministerium Abel zu bürokrat. Maßnahmen, einschließlich einer verschärften Pressezensur. Nach einer äußerlich ruhigen Zwischenphase 1840-43 wurde der K. mit doppelter Leidenschaft auf parlamentar. und publizist. Ebene (vor allem von Dollinger, Harleß, Thiersch und Graf Giech) weitergeführt, wobei einzelne ev. Geistliche die Kniebeugung sogar als Sünde bezeichneten. Nach einigen Gerichtsverfahren gegen ev. Pfarrer erwirkte schließlich der Oberkonsistorialpräsident von Roth am 12.12.1845 von Kg. Ludwig I. de facto die Aufhebung der umstrittenen Bestimmungen und damit die Beilegung dieses Konflikts zwischen bayer. Staat und ev. Kirche.

(Lexikon der deutschen Geschichte. Personen – Ereignisse – Institutionen. Hrsg. v. Gerhard Taddey. Stuttgart 1977, S. 645)
Re: Der Kniebeugungsstreit
Andreas schrieb am 02.07.2024 um 14:29 Uhr (Zitieren)
Früher mussten die Mädchen bei der Begegnung mit einem Priester noch einen Knicks machen und
sagen: Gelobt, sei Jesus Christus.

Antwort einer KI nach Nachfrage:
Einige Details dazu:

Grußformel: Die Grußformel "Gelobt sei Jesus Christus" war weit verbreitet. Die übliche Antwort darauf lautete "In Ewigkeit. Amen."
Knicks: Der Knicks war eine Geste des Respekts, nicht nur gegenüber Geistlichen, sondern auch gegenüber anderen Autoritätspersonen oder älteren Menschen.
Nicht nur Mädchen: Obwohl Sie speziell Mädchen erwähnen, war es oft üblich, dass auch Jungen und Erwachsene Geistliche auf ähnliche Weise grüßten, wenn auch vielleicht ohne Knicks.
Regionale Unterschiede: Die Intensität und Verbreitung dieses Brauchs variierte je nach Region und Zeit.
Zeitlicher Wandel: Diese Praktiken haben im Laufe der Zeit, besonders seit der Mitte des 20. Jahrhunderts, stark abgenommen.
Es ist wichtig zu beachten, dass solche Bräuche heute in den meisten Gegenden nicht mehr üblich sind. Die Beziehung zwischen Geistlichen und Gemeindemitgliedern hat sich in vielen Teilen der Welt zu einem weniger formellen Umgang gewandelt.
Re: Der Kniebeugungsstreit
Γραικύλος schrieb am 02.07.2024 um 14:58 Uhr (Zitieren)
Wenn man dem Priester, etwa auf der Straße auf dem Weg zu einem Sterbenden, mit dem Allerheiligsten begegnete, mußten wir (Katholiken) noch niederknien. Er trug schließlich Gott bei sich in der Tasche.

Hegel hat darüber einmal gespottet, wenn eine Maus eine geweihte Hostie gefressen habe, müßten Katholiken sie anbeten.
Re: Der Kniebeugungsstreit
Johannes schrieb am 02.07.2024 um 16:02 Uhr (Zitieren)
Der Kuss des Bischofsrings beim Handkuss gehört zu den heute noch möglichen, aber nicht mehr gebotenen protokollarischen Höflichkeitsformen gegenüber einem Bischof. Er bringt Verehrung und Gehorsam zum Ausdruck.

Beim Anlegen der Paramente vor der heiligen Messen küssen der Priester und der Diakon als Zeichen ihrer bewussten Vorbereitung auf den Gottesdienst die Stola, bevor sie sich umlegen. Dieser Ritus ist seit der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht mehr verpflichtend.

Im Mittelalter gab es den Brauch, dass Gläubige bei der Gabenbereitung der heiligen Messe Gaben zum Altar brachten und den Manipel oder die Stola des Priesters küssten, der dabei ein Segenswort sprach. Dies wurde im Missale Pius’ 1570 fallen gelassen. Regional blieben vergleichbare Formen beim Opfergang der Gläubigen bestehen, wie etwa der Kuss der Hand des Priesters, des Korporales oder der Patene.[20] Das Küssen von Gegenständen und der Hand in der heiligen Messe wurde vom Zweiten Vatikanischen Konzil abgeschafft, das für die Riten „den Glanz edler Einfachheit“ forderte. (Konstitution Sacrosanctum Concilium Nr. 34)

Der Kuss von Reliquien in einem Reliquiar als Zeichen der Heiligenverehrung ist eine verbreitete Frömmigkeitsform, ebenfalls der Kuss von Andachtsbildern, Marienstatuen, Medaillen und anderen Devotionalien.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kuss_(Liturgie)

Auch ein Grund, warum der moderne Mensch mit der Kirche Probleme hat/haben muss.
Re: Der Kniebeugungsstreit
Γραικύλος schrieb am 02.07.2024 um 16:25 Uhr (Zitieren)
In der satirischen Zeitschrift "Kladderadatsch" gibt es aus dem Jahr 1878 anläßlich eines Besuches von Bismarck bei Papst Papst Leo XIII. eine Karikatur, in welcher der sitzende Papst Bismarck seinen beschuhten Fuß zum Kuß hinhält: Nun, bitte, geniren Sie sich nicht!" Darauf hält ihm Bismarck seinen Stiefel hin: "Bitte gleichfalls!"
Durch einen Vorgang schaut der Zentrumsvorsitzende Windthorst zu.
Re: Der Kniebeugungsstreit
Johannes schrieb am 02.07.2024 um 19:33 Uhr (Zitieren)
Vorhang?
Re: Der Kniebeugungsstreit
Γραικύλος schrieb am 02.07.2024 um 22:02 Uhr (Zitieren)
Genau, Vorhang.
 
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