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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Ein Rätsel (337 Aufrufe)
filix schrieb am 08.06.2024 um 14:14 Uhr (Zitieren)
Eine Verwechslung rettete sie in die Gegenwart. Dass das große Individuum selbst auf einem sitzt,
nicht bloß einer exemplifizierten Idee, entdeckte der kopierenden Nachwelt sehr spät erst der Zahn im Zahn. Wer bin ich, den diese Anomalie als wirklich Gewesenen verriet?
Re: Ein Rätsel
Γραικύλος schrieb am 08.06.2024 um 23:55 Uhr (Zitieren)
Ich fürchte, dem ist hier niemand gewachsen, es sei denn, Bukolos nimmt sich dieser Frage an.

Mich irritiert schon, daß Du im ersten Satz von einer weiblichen Gestalt, im letzten jedoch von einer männlichen schreibst.
Re: Ein Rätsel
filix schrieb am 09.06.2024 um 10:48 Uhr (Zitieren)
Sie - es sind ja zwei, das berühmte Individuum und das spät als solches über besagte Anomalie (dens in dente) entdeckte, auf dem ersteres sitzt. Dass die beiden überdauert haben, verdanken sie einer Verwechslung.

Als Modell machten sie Schule, ihre Abkömmlinge stehen in vielen Städten, dem Werte nach geringer als der verkürzte Ausdauernde und der wohlproportionierte Hampelmann geht auch ihr Abbild immer noch von Hand zu Hand.
Re: Ein Rätsel
Bukolos schrieb am 10.06.2024 um 12:31 Uhr (Zitieren)
Der mit dem Individuum, von dem hier offenbar die Rede ist, verbundene Zweibeiner hatte seinem Selbstzeugnis zufolge ja eine besondere Neigung für den Anblick von Tiermäulern, die er in ihrer wirklichen Gestalt künstlerischen Nachbildungen vorzog. Nicht auszuschließen, dass diese ästhetische Vorliebe einen Einfluss auf die realistische Gestaltung des Gebisses hatte.
Re: Ein Rätsel
filix schrieb am 10.06.2024 um 14:18 Uhr (Zitieren)
Es handelt sich in der Tat um das Pferd auf dem Kapitol, auf dem Marc Aurel sitzt, gratuliere. Zu dem Schluss, dass es sich dabei nicht um irgendeinen Gaul handelt, ein beliebiges Exemplar von Militärpferdheit, veranlasste die Restauratoren, die das Original von 1981 - 1990 vor dem endgültigen Verfall retteten und eine Kopie, die seit 1997 auf dem Platz steht, fertigten, u.a. ein Detail, das sie beim Blick in sein Maul entdeckten:

Wir waren doch recht verwundert, als wir im unteren Zahngehege des Pferdes einen großen Mittelzahn sahen anstelle der üblichen zwei, wie sie auch im oberen Zahngehege vorhanden sind, einer rechts und einer links von der Mittellinie des Mauls.

Wir haben gezählt und nochmals gezählt, um Irrtümer bei der Nachbildung im Maul der Kopie zu vermeiden, und nach ausgiebigen Diskussionen haben wir von befreundeten Zahnärzten und Veterinären erfahren, daß dieser große Mittelzahn nicht ein Versehen oder eine Laune des Bildhauers darstellt, sondern eine tatsächlich vorkommende Anomalie, die als dens in dente (Zahn ihm Zahn) oder als Zwillingsbildung bekannt ist.

Und diese Anomalie läßt uns glauben, daß mit dem Pferd nicht einfach irgendein Pferd aus dem kaiserlichen Heer gemeint war, sondern ein bestimmtes, eben das Pferd des Kaisers naturgetreu dargestellt, mit all seinen besonderen Eigenschaften und Merkmalen …


(Marc Aurel: Der Reiter auf dem Kapitol, Hirmer München, 1999, S. 163)

Die Verbindung zur Stelle aus dem dritten Buch der Selbstbetrachtungen über die sich nicht jedermann erschließende Schönheit des Weltganzen, die auch in vordergründig abschreckenden Details sich zeigt, den Rachen wilder Tiere etwa, obwohl in einem anderen Teil des Buches anzitiert, wird dort nicht hergestellt, hat aber einiges für sich.

 
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