Γραικύλος schrieb am 06.06.2024 um 14:31 Uhr (Zitieren)
Isidor von Sevilla, Etymologiae XIV 9, 9:
(Die Enzyklopädie des Isidor von Sevilla. Hrsg. v. Lenelotte Möller. Wiesbaden 2008, S. 543 f.)
(1) Der Name bedeutet ursprünglich „Tal [der Söhne] des Hinnom“, eines nicht näher bekannten Mannes. Kinderopfer haben die Hebräer als Anhänger des JHWH-Kultes wohl nicht dargebracht.
Re: Gehenna
Andreas schrieb am 06.06.2024 um 16:45 Uhr (Zitieren)
Γραικύλος schrieb am 06.06.2024 um 18:05 Uhr (Zitieren)
Die Anmerkung habe ich der Ausgabe von L. Möller entnommen und lediglich ihr kategorisches "nein" zu einem "wohl nicht" abgeschwächt.
Auch mir erschien nämlich der Gedanke des Kinderopfers der jüdischen Tradition nicht ganz fremd; außer an Abraham und Isaak kann man da an das Recht Gottes auf das Erstlingsopfer (gemäß dem Bund auf dem Sinai) denken. Ich weiß nicht mehr genau, wie das geregelt war, obwohl ich - glaube ich - einschlägige Texte hier schon einmal vorgestellt habe.
In christlicher Deutung opfert ja Gott selbst seinen Sohn, und diese Idee ist vermutlich nicht aus dem Nichts entstanden.
Ich muß da mal nachschauen.
Re: Gehenna
Γραικύλος schrieb am 06.06.2024 um 18:19 Uhr (Zitieren)
Dort findet man z.B.: "Den Erstgeborenen deiner Söhne sollst du mir geben" und "Alle Erstgeburt gehört mir; von deinem Viehbestand die männliche Erstgeburt vom Rind und Schaf."
Ich habe das damals so verstanden, daß nicht klar ist, in welcher Weise dies rituelle Praxis geworden ist.
Re: Gehenna
Γραικύλος schrieb am 06.06.2024 um 18:21 Uhr (Zitieren)
Man kann nun allerdings nicht sagen, daß dies ein Opfer "für die Dämonen" sei.
Re: Gehenna
Andreas schrieb am 07.06.2024 um 12:42 Uhr (Zitieren)
Kinderopfer gab es auch in anderen Kulturen, z.B.
hier:
Das wird mittlerweile auch anders gedeutet:
Gott lässt es zu als finale Konsequenz dessen, wofür Jesus stand
und inkompatibel war mit dem religiösen System seiner Zeit.
Er ist bekanntlich immer wieder angeeckt so wie Regimekritiker in unserer Zeit.
Die Heilsnotwendigkeit seiner Todesart gilt so nicht mehr bzw. wird anders interpretiert.