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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Gehenna (257 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 06.06.2024 um 14:31 Uhr (Zitieren)
Isidor von Sevilla, Etymologiae XIV 9, 9:
Von den unterirdischen Dingen
Gehenna

Gehenna est locus ignis et sulphuris, quem appellari putant a valle idolis consecrata, quae est iuxta murum Hierusalem, repleta olim cadaveribus mortuorum; ibi enim Hebraei filios suos inmolabant daemonibus, et appellabatur locus ipse Gehennon. Futuri ergo supplicii locus, ubi peccatores cruciandi sunt, huius loci vocabulo designatur. Duplicem autem esse Gehennam et ignis et frigoris.

Gehenna ist ein Ort des Feuers und des Schwefels, von welchem man glaubt, dass er benannt ist nach einem Tal, das den Götzen geweiht ist, welches vor den Mauern Jerusalems liegt, einst gefüllt mit den Leichnamen von Toten. Dort nämlich opferten die Hebräer ihre Söhne den Dämonen, und dieser Platz wurde Gehennon genannt. (1) Der Ort künftigen Opfers, wo die Sünder gefoltert werden, wird mit dem Namen dieses Ortes bezeichnet. Zweifach aber soll die Gehenna sein, nämlich Feuer und Kälte.

(Die Enzyklopädie des Isidor von Sevilla. Hrsg. v. Lenelotte Möller. Wiesbaden 2008, S. 543 f.)

(1) Der Name bedeutet ursprünglich „Tal [der Söhne] des Hinnom“, eines nicht näher bekannten Mannes. Kinderopfer haben die Hebräer als Anhänger des JHWH-Kultes wohl nicht dargebracht.
Re: Gehenna
Andreas schrieb am 06.06.2024 um 16:45 Uhr (Zitieren)
Kinderopfer haben die Hebräer als Anhänger des JHWH-Kultes wohl nicht dargebracht.

Die Ätiologie dazu ist die Geschichte, in der Abraham Isaak opfern soll und Gott dazwischen tritt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bindung_Isaaks
Re: Gehenna
Γραικύλος schrieb am 06.06.2024 um 18:05 Uhr (Zitieren)
Die Anmerkung habe ich der Ausgabe von L. Möller entnommen und lediglich ihr kategorisches "nein" zu einem "wohl nicht" abgeschwächt.
Auch mir erschien nämlich der Gedanke des Kinderopfers der jüdischen Tradition nicht ganz fremd; außer an Abraham und Isaak kann man da an das Recht Gottes auf das Erstlingsopfer (gemäß dem Bund auf dem Sinai) denken. Ich weiß nicht mehr genau, wie das geregelt war, obwohl ich - glaube ich - einschlägige Texte hier schon einmal vorgestellt habe.
In christlicher Deutung opfert ja Gott selbst seinen Sohn, und diese Idee ist vermutlich nicht aus dem Nichts entstanden.
Ich muß da mal nachschauen.
Re: Gehenna
Γραικύλος schrieb am 06.06.2024 um 18:19 Uhr (Zitieren)
Ja, es war hier schon Thema:

https://www.albertmartin.de/altgriechisch/forum/?view=9261

https://www.albertmartin.de/altgriechisch/forum/?view=9262

Dort findet man z.B.: "Den Erstgeborenen deiner Söhne sollst du mir geben" und "Alle Erstgeburt gehört mir; von deinem Viehbestand die männliche Erstgeburt vom Rind und Schaf."

Ich habe das damals so verstanden, daß nicht klar ist, in welcher Weise dies rituelle Praxis geworden ist.
Re: Gehenna
Γραικύλος schrieb am 06.06.2024 um 18:21 Uhr (Zitieren)
Man kann nun allerdings nicht sagen, daß dies ein Opfer "für die Dämonen" sei.
Re: Gehenna
Andreas schrieb am 07.06.2024 um 12:42 Uhr (Zitieren)
Kinderopfer gab es auch in anderen Kulturen, z.B.
hier:
Vor rund 500 Jahren opferten die Inka drei Kinder auf einem Andengipfel, deren Mumien blieben bis heute erhalten. Haaranalysen der drei Mumien zeigen nun: Die geopferten Kinder wurden offenbar durch Alkohol und Coca betäubt, bevor sie lebendig eingeschlossen und dem Erfrieren ausgesetzt wurden.

Es war auch Thema einer Doku bei ZDFinfo

auch hier:
https://www.scinexx.de/news/geowissen/groesstes-massenopfer-von-kindern-entdeckt/

In christlicher Deutung opfert ja Gott selbst seinen Sohn,

Das wird mittlerweile auch anders gedeutet:
Gott lässt es zu als finale Konsequenz dessen, wofür Jesus stand
und inkompatibel war mit dem religiösen System seiner Zeit.
Er ist bekanntlich immer wieder angeeckt so wie Regimekritiker in unserer Zeit.
Die Heilsnotwendigkeit seiner Todesart gilt so nicht mehr bzw. wird anders interpretiert.
 
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