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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Aus der Verbannung (296 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 29.04.2024 um 00:16 Uhr (Zitieren)
Auf Betreiben der Messalina hat Kaiser Claudius Seneca im Jahre 41 u.Z. nach Korsika in die Verbannung geschickt.

Carmina Codicis Salmasiani:

L. Annaeus Seneca d. J.: Epigrammata
De Corsica

Barbara praeruptis inclusa est Corsica saxis,
horrida, desertis undique vasta locis.
non poma autumnus, segetes non educat aestas
canaque Palladio munere bruma caret.
imbriferum null over est laetabile fetu
nullaque in infausto nascitur herba solo.
non panis, non haustus aquae, nun ultimus ignis,
hic sola haec du sunt: exul et exilium.


Corsica

Wildes corsisches Land, von jähen Felsen umschlossen,
Schauerlich, menschenleer, überall Wüste nur,
Nicht trägt Früchte dein Herbst; der Sommer bringt keine Ernte,
Und dein Winter voll Reif kennt nicht der Pallas Geschenk.
Zwar bringt der Frühling Regen, erfreut jedoch nicht durch Wachstum;
Nicht eine Pflanze wächst auf dem unseligen Grund.
Hier gibt es kein Brot, kein Wasser, keine Feuer den Toten,
Hier gibt es nur zwei: Verbannung und den Verbannten.

[Anthologia Latina 229][/quote]
Re: Aus der Verbannung
Γραικύλος schrieb am 29.04.2024 um 00:17 Uhr (Zitieren)
De Corsica

Barbara praeruptis inclusa est Corsica saxis,
horrida, desertis undique vasta locis.
non poma autumnus, segetes non educat aestas
canaque Palladio munere bruma caret.
imbriferum null over est laetabile fetu
nullaque in infausto nascitur herba solo.
non panis, non haustus aquae, nun ultimus ignis,
hic sola haec du sunt: exul et exilium.


Corsica

Wildes corsisches Land, von jähen Felsen umschlossen,
Schauerlich, menschenleer, überall Wüste nur,
Nicht trägt Früchte dein Herbst; der Sommer bringt keine Ernte,
Und dein Winter voll Reif kennt nicht der Pallas Geschenk.
Zwar bringt der Frühling Regen, erfreut jedoch nicht durch Wachstum;
Nicht eine Pflanze wächst auf dem unseligen Grund.
Hier gibt es kein Brot, kein Wasser, keine Feuer den Toten,
Hier gibt es nur zwei: Verbannung und den Verbannten.

[Anthologia Latina 229]
Re: Aus der Verbannung
Γραικύλος schrieb am 29.04.2024 um 00:18 Uhr (Zitieren)
du --> duo
Re: Aus der Verbannung
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 29.04.2024 um 10:59 Uhr (Zitieren)
Wer ist der Übersetzer dieses?
Da ist m. E. nicht alles wirklich gelungen.

Ein paar Vorschläge zum Ausbügeln von Metrumsfehlern:

Wildes corsisches Land, von jähen Felsen umschlossen,
Schaurig, verlassen und öd, überall wüst nur das Land.
Nicht trägt Früchte dein Herbst; der Sommer bringt keine Ernte,
Und dein Winter voll Reif kennt nicht der Pallas Geschenk.

Regen zwar bringet der Frühling, erfreut jedoch dann nicht durch Wachstum,
Und nicht ein einziges Kraut sprießt auf dem unsel'gen Grund.
Hier gibt es kein Brot, Nicht gibt es Brot hier, kein Wasser, nicht Feuer den Toten,
Zweierlei gibt es hier nur: Exilant und Exil.
Re: Aus der Verbannung
Γραικύλος schrieb am 29.04.2024 um 14:33 Uhr (Zitieren)
Die Übersetzer sind Otto und Eva Schönberger in der bei Königshausen & Neumann erschienenen Ausgabe der Anthologia Latina, Würzburg 2013.
Re: Aus der Verbannung
filix schrieb am 30.04.2024 um 02:20 Uhr (Zitieren)
Der Autor, der wohl nicht Seneca ist, versucht jedenfalls Ovid in der Schilderung von Exiltristesse zu überholen. Beim Stöbern fand ich folgende, vermutlich erstmals in Angriffen auf den berühmtesten Korsen der Weltgeschichte als Schlussverse des Epigramms ausgegebene Ergänzung:

Illis lex prima ulcisci, altera vivere raptu,
tertia mentiri (oder moechari), quarta negare deos


Die geistern anschließend als antiker Beleg für korsischen Nationalcharakter ein Weilchen durchs 19. Jahrhundert.
 
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